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Humboldt-Universität zu Berlin - Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien

Bachelor

Im Bachelor of Arts (BA) bieten die Geschlechterstudien/Gender Studies ein Zweitfach und ein Modul für den überfachlichen Wahlpflichtbereich (ÜWP) an.

Weitere Informationen:


BA Zweitfach

Das Zweitfach umfasst 60 Leistungspunkte und wird mit einem BA-Kernfach kombiniert.


Studienziele

Das Zweitfach Geschlechterstudien/Gender Studies zielt auf die Vermittlung grundlegender Kenntnisse, Methoden und Arbeitstechniken im Zusammenhang mit der Kategorie Geschlecht. Es vermittelt Fähigkeiten zur Analyse von Geschlechterverhältnissen, Diskriminierungen und Privilegierungen in historischen, sozialen, kulturellen und politischen Kontexten.

Das Studium befähigt zum Verständnis der Zusammenhänge von Gender mit anderen gesellschaftlichen Kategorisierungen wie Ethnizität, soziale Positionierung, Sexualität, Alter oder Befähigung. Gleichrangig vermittelt es Wissen um unterschiedliche disziplinäre Zugänge zum Verständnis und zur Analyse von Geschlechterkonstruktionen und -verhältnissen. Damit verknüpft ist die Herausbildung "transdisziplinärer Kompetenz", also der Fähigkeit, sich in der Vielfalt der Disziplinen zu orientieren, disziplinenübergreifend zu kooperieren und auf dieser Grundlage spezifische kritische Fragestellungen zu entwickeln. Das ermöglicht, Gender als kontextualisierte, interdependente und disziplinär gebundene Kategorie zu thematisieren und dem konkreten wissenschaftlichen Gegenstand und der jeweiligen Fragestellung angemessene Analysen durchzuführen.

Das Studium vermittelt ein kritisches Verständnis der wichtigsten Theorien, Prinzipien und Methoden der Geschlechterstudien gemäß dem Stand der auch internationalen Fachliteratur und aktuellen Forschungen. Im Studium wird die Vertiefung von Wissen durch forschendes Lernen unterstützt.

Das Studium befähigt, Gender-Expertise für ausgewählte Praxisfelder aufzubauen, um Geschlechterverhältnisse zu analysieren und Instrumente und Strategien zur Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung und zur Infragestellung von Normen und Normalitäten mit zu entwickeln.

Das Studium vermittelt grundlegende Kenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens. Es befähigt, genderrelevante Wissensbestände unterschiedlicher Herkunft zu recherchieren, einzuordnen und zu interpretieren und übt fundiertes Argumentieren in mündlichen und schriftlichen Formen. Es ermöglicht, weiterführende Lern- und Forschungsprozesse individuell und im Team selbstständig zu gestalten. Integraler Bestandteil des Studiums ist der Ausbau medialer Kompetenzen.

Das Studium verhilft zum Aufbau von Gender-Kompetenzen, die mit einer Sensibilisierung für gleichstellungs- und diversity-politische Fragen einhergehen. Die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen können im Sinne praxisnaher "Interventionen" im Austausch mit Akteur_innen aus unterschiedlichen Praxisfeldern eingesetzt werden.

Der erfolgreiche Abschluss des Studiums qualifiziert für Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen wie Unternehmen, Medien, Politik, Kultur, Bildung und Nichtregierungsorganisationen.


Studienaufbau

Das Zweitfach beinhaltet die Auseinandersetzung mit der Bedeutung und den Wirkungsweisen von Geschlecht in unterschiedlichen Disziplinen und aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven. Das Studium umfasst 6 Module.


Grundlagenstudium:

  • Modul 1 "Transdisziplinäre Geschlechterstudien" vermittelt Kenntnisse zum fächerübergreifenden Studium der Geschlechterstudien. Exemplarisch werden Grundkenntnisse zu zentralen geschlechtertheoretischen und feministischen Konzepten und Begriffen und gleichzeitig Grundwissen über fächer- und problemspezifische Zugangsweisen sowie transdisziplinäres Arbeiten in den Gender Studies vermittelt.
  • Modul 2 "Gender als Analysekategorie" vermittelt Grundlagen zur Analyse von Geschlechterverhältnissen aus verschiedenen fachlichen Perspektiven, die in den Fächerbündeln "Gender 1" und "Gender 2" zusammengefasst sind. Gender 1 fragt aus einer sozialen, politischen, rechtlichen, ökonomischen und/oder naturwissenschaftlichen Perspektive eher nach strukturellen Bedingungen sowie unterschiedlichen Praxis- und Normierungskontexten. Gender 2 bezeichnet die literarische, geschichtswissenschaftliche, philosophische, zeichen- und/oder kulturtheoretische Perspektive, aus der eher geisteswissenschaftliche und kulturtheoretische Prämissen und Vorstellungen über Geschlecht und die symbolischen Dimensionen von Geschlechterordnungen fokussiert werden.


Aufbaustudium:

  • Modul 3 "Interdependenzen" bietet weiterführende Kenntnisse zu Interdependenzen der Kategorie Geschlecht mit weiteren Ordnungsmustern und Normierungen. Dabei geht es insbesondere um Interdependenzen mit "race", Ethnizität, Klasse/soziale Schicht, Sexualität, Alter, Religion/Weltanschauung und Befähigung/Behinderung in ihrer Bedeutung für die Analyse von Geschlechterverhältnissen.
  • Modul 4 "Ordnungen der Geschlechter"  vertieft Kenntnisse zur Analyse von Geschlechterordnungen, indem soziale, politische, rechtliche, ökonomische und/oder naturwissenschaftliche Perspektiven (Gender 1, vgl. Modul 2) sowie literarische, geschichtswissenschaftliche, philosophische, zeichen- und/oder kulturtheoretische Zugangsweisen (Gender 2, vgl. Modul 2) zusammengeführt werden.
  • Modul 5 "Interventionen" dient dazu, erworbene Kenntnisse der Geschlechterstudien im Wechselspiel mit ausgewählten Praxisbereichen zu reflektieren. Es ermöglicht das Kennenlernen von Handlungsfeldern in ihren Funktionsweisen mit ihren spezifischen Geschlechterdimensionen. Es bietet Raum für die Auseinandersetzung mit der Planung, Konzeptualisierung und den Strategien von Praxisprojekten.
  • Modul 6 "Freie Wahl im Fach" ermöglicht, eigene Erkenntnisinteressen zu entwickeln und zu vertiefen. Es können Veranstaltungen aus den Modulen 3–5 des BA Gender Studies gewählt werden, die noch nicht im Rahmen anderer Module belegt wurden.

 

BA Überfachlicher Wahlpflichtbereich

Im BA Geschlechterstudien umfasst der überfachliche Wahlpflichtbereich (ÜWP) ein Modul mit 10 Leistungspunkten. Das Modul 7 "Perspektiven der Gender Studies" vermittelt grundlegende Kenntnisse zum fächerübergreifenden Studium der Geschlechterstudien. Dazu gehören wesentliche historische und theoretische Ausgangspunkte der Gender Studies, so beispielsweise feministische Theorien und Methodologien und grundlegende Konzeptionen zu Gender als Analysekategorie sowie zu Interdependenzen, Geschlechterordnungen, Interventionen und Transdisziplinarität. Exemplarisch werden Grundkenntnisse zu zentralen geschlechtertheoretischen und feministischen Konzepten und Begriffen und gleichzeitig Grundwissen über fächer- und problemspezifische Zugangsweisen sowie transdisziplinäres Arbeiten in den Gender Studies vertieft.

Das Modul setzt sich zusammen aus: der Ringvorlesung (2 LP, Angebot nur im Wintersemester) und zwei Lehrveranstaltungen (jeweils 4 LP). Die Modulbeschreibung findet sich in der Studien- und Prüfungsordnung auf Seite 15.


Weitere Informationen: