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Humboldt-Universität zu Berlin - Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien

Humboldt-Universität zu Berlin | Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien | Veranstaltungen | Veranstaltungsarchiv | Listen | Tagungen und GenderLectures des GenderKompetenzZentrums (2003 - 2010)

Tagungen und GenderLectures des GenderKompetenzZentrums (2003 - 2010)

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Auf dieser Seite finden Sie eine Auflistung von Tagungen und GenderLectures des GenderKompetenzZentrums (2003 - 2010).

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2010  2009  2008  2007  2006  2005  2004  2003 

 

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2010 

'Politikberatung als Intervention?' - mit Vorträgen von Susanne Baer, Ute Behning, Gülay Caglar und Debatten sowie einem kleinen Empfang

Veranstaltungstyp: Tagung

Referent_innen: Renate Augstein (Ministerialdirigentin), Prof. Susanne Baer (Direktorin des GenderKompetenzZentrums 2003-2010), Dr. Ute Behning (Direktorin des IEWSR)

Zeit: 22.07.2010, 11:00 Uhr - 19:15 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Senatssaal

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen:

  • Vortrag / Grußwort Renate Augstein, Ministerialdirigentin, Leiterin der Unterabteilung Gleichstellung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Vortrag „Differenzen Denken. Was lässt sich aus den Erfahrungen des GenderKompetenzZentrums lernen?“ Prof. Dr. Susanne Baer, Juristische Fakultät und Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin, Direktorin des GenderKompetenzZentrums 2003-2010
  • Vortrag feministische Intervention im Kontext der EU Dr. Ute Behning, Direktorin des Instituts für Europäische Wohlsfahrtssystemforschung (IEWSR) Bramsche
  • Vortrag „Beratungsverständnisse feministischer Ökonominnen. Technokratisches, dezisionistisches oder pragmatisches Beratungsmodell?“ Dr. Gülay Çaglar, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet 'Gender und Globalisierung', Humboldt Universität zu Berlin 1/2
  • Panel: „Formen der Politikberatung“ Dr. Regina Frey (genderbüro); Dr. Claudia Neusüß; Dr. Heike Radvan (Amadeu Antonio Stiftung); Christian Schenk, MdB a.D.; Julia Ehrt (TRIQ) Moderation: Ines Kappert, Leiterin des Meinungsressort der taz
  • Politik der Beratung. Queer-feministische Herausforderungen. GenderKompetenzZentrum

'Frau Maphrodit...' - 'Nein, Herr Maphrodit!' -- Ein 3D-Survival-Kit für Andersgeschlechtliche in einer 2D-Matrix'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: InsA Kromminga (Herm-Inter-Aktivst-Künstler_in)

Zeit: 05.07.2010,  20:15 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 9, E25

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Ich werde etwas aus der Erfahrungswelt als Herm-Inter-Aktivist-Künstler_in und meinem Umfeld berichten. Hierbei wird es um Fragen der Fremd- und Selbstkategorisierung und den damit verbundenen Komplikationen gehen, die von harmlos amüsant bis lebensgefährlich reichen. Mein Bericht nimmt die Form einer bildnerischen Präsentation an, die künstlerische und aktivistische Dokumente verbindet.


'Informationelle Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der sexuellen Orientierung - alte und neue Fragen'

Veranstaltungstyp: Tagung

Referent_innen: Dr. Alexander Dix, LL.M. (Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit)

Zeit: 28.06.2010, 20:15 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 9, E25

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die Erhebung von personenbezogenen Daten über die Geschlechtszugehörigkeit unterliegt zunächst denselben Restriktionen wie die Erhebung anderer Daten über Personen. Die - auch formularmäßige - Frage nach der Geschlechtszugehörigkeit ist deshalb nur zulässig, soweit diese Information entscheidungsrelevant ist. Die Geschlechtszugehörigkeit wird vom Datenschutzrecht (im Gegensatz etwa zur sexuellen Orientierung) nicht als besonders schutzwürdig angesehen, obwohl sie noch immer Anknüpfungspunkt für Diskriminierung ist. Die Erhebung von Daten über das Geschlecht kann umgekehrt gerade zum Abbau von Diskriminierung geboten sein. Neue Fragen ergeben sich im Bereich der Trans- und Intersexualität. Hier spielt auch das Konzept der Selbstidentifizierung eine Rolle und muss bei der Datenerhebung im Sinne der informationellen Selbstbestimmung berücksichtigt werden.


Gender Lecture: Alexander Dix: Informationelle Diskriminierung auf Grund des Geschlechts und der sexuellen Orientierung

Veranstaltungstyp: Gastvortrag

Referent_innen: Alexander Dix

Zeit: 28.06.2010

Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Berlin, Georgenstr. 47, Hauptgebäude, Raum 1

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere InformationenGenderKompetenzZentrum sekretariat.baer@rewi.hu-berlin.de


"Glass Ceiling in Academic Administration: the Turkish Case in 1990s versus 2000s"

Veranstaltungstyp: Gastvortrag

Referent_innen: Prof. Gülay Günlük-Şenesen (Istanbul University, Professor of Political Sciences, Dep. of Public Administration)

Zeit: 21.06.2010, 20:15 Uhr - 23:30 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 9 (ReWi), Raum Raum UL9, E25 (Erdgeschoss links)

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: This research assesses the glass ceiling for academics in the Turkish universities with reference to top administration positions: rectors and deans. Glass ceiling indicators show that the glass ceiling thickened from the 1990s to late 2000s. The findings are discussed against the background of the transformation in the Turkish universities in the last decades and in the context of three areas of challenges: the hierarchy deeply rooted in the current higher education system, the restructuring scheme with the recently introduced public administration reform law and marketisation of higher education.


'Multiple Inequalities, Intersectionality and Gender Mainstreaming: Potential and Pitfalls'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Judith Squires (University of Bristol, Department of Politics , Dean of Social Sciences & Law, and Professor of Political Theory)

Zeit: 01.02.2010, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: What is the likely impact of the multiple inequalities agenda on gender mainstreaming practices? The growing pressures on EU member states to address multiple inequalities have generated equality reviews in countries across Europe, with significant numbers of states changing their institutional arrangements for promoting equality. Advocates of these reforms have frequently argued that they will provide new ways of negotiating multiple and cross-cutting equality considerations, raising hopes that equality institutions will be better able to engage with issues of 'intersectionality'. Meanwhile, critics fear that the changes will detract from achievements made and expertise gained in relation to particular equality strands. Are gender mainstreaming practices compatible with the multiple inequalities agenda? Can they be modified to address intersectionality?

 

2009 

[nach oben]

'Die kulturelle Politik von Hass und Gewalt'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Jin Haritaworn (LSE Fellow in Transnational Studies, Gender Institute)

Zeit: 14.12.2009, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2014b

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Hassgewalt, Hassverbrechen, Hasskriminalität... Buzzwords, die geschäftig durch die politische Landschaft surren, in aller Munde sind, und trotzdem noch immer nicht leicht von deutschen Zungen gehen. Mein Vortrag untersucht, wie diese neuen Begriffe zirkulieren und durch mediale und politische Debatten ihre Kreise ziehen. Ich schlage vor, dass der Hassgewalts-Diskurs produktiv ist; dass er Probleme von Differenz neu erfindet, neue Subjektivitäten und Populationen erzeugt, neue Definitionen der guten Gesellschaft nahe legt, uns in neue Richtungen bewegt. Hierbei geht es weniger um einfache Fragen von Ein- oder Ausschluss. So gehen Bilder und Fantasien von Hass oft einher mit Bildern und Fantasien von Liebe und Intimität, von Nähe und Ent/fernung, von Toleranz, Vielfalt und Zivilität, und natürlich auch von Zivilisation. Insbesondere interessiert mich hierbei, welche soziale, politische und ökonomische Arbeit die Idee der Hassgewalt leistet, indem sie geschlechtliche und sexuelle Normativitäten als einerseits emotionale, andererseits kriminelle Probleme bestimmter Körper, Gruppen und Kieze benennt und erkennt. Der Vortrag wird diese Fragen durch theoretische Linsen wie Affekt, Biopolitik und Nekropolitik verfolgen.


'Abgefederte Risiken und erstrebte Nebenwirkungen. Gleichstellungspolitik, die Differenz befördert - ein Paradox?'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Antke Engel (Institut für Queer Theory)

Zeit: 07.12.2009, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Verschiedene Ungleichheiten zu beachten und der Komplexität von Ungleichheitslagen und Diskriminierungserfahrungen gerecht zu werden, ist immer auch mit einer Darstellungsproblematik verknüpft. Deshalb wird es im Vortrag anhand konkreter Beispiele textueller und visueller Repräsentation darum gehen, wie Intersektionalität, Interdependenz oder Komplexität zum Ausdruck gebracht werden. Webseiten offizieller politischer Institutionen, die sich der Integrations- und/oder Gleichstellungspolitik verpflichten, werden daraufhin untersucht, wie sie „Differenz“ zum Ausdruck bringen und was unter der häufig anzutreffenden Formel der „Diversität“ verstanden wird. Insbesondere interessiert mich hierbei die Frage, wie mit Machtungleichheiten umgegangen wird, inwiefern diese als verfestigt oder dynamisch präsentiert werden, und wie deren Veränderbarkeit gedacht wird. Des weiteren möchte ich kritisch fragen, was es für Gleichstellungspolitik bedeutet, wenn Diversität mittlerweile ein wertgeschätztes und staatlich gefördertes Ziel ist und „Differenz als kulturelles Kapital“ präsentiert wird. Wie stehen Diversitätsförderung und Gleichstellungspolitik in Relation zueinander? Sind Gleichstellung und Diversität gegenläufige politische Ziele? Oder entsteht eine paradoxe Spannung, die dazu beiträgt, dass sich Gleichstellungs- und Diversitätspolitiken gegenseitig herausfordern – und sozio-politischer Raum für die Wahrnehmung komplexer Differenz- und Ungleichheitsrelationen entsteht? Antke Engel ist promovierte Philosophin, feministische Queer Theoretikerin und freiberuflich in Wissenschaft und Kulturproduktion tätig. Sie leitet das „Institut für Queer Theory“ (Berlin/Hamburg: www.queer-institut.de). Zwischen 2003 und 2005 war sie Gastprofessorin für Queer Studies an der Universität Hamburg; von 2007-2009 war sie Research Fellow am „Institute for Cultural Inquiry“ (ICI-Berlin). Jüngste Veröffentlichung: „Bilder von Sexualität und Ökonomie. Queere kulturelle Politiken im Neoliberalismus“ (Bielefeld 2009). Weitere Informationen zu Antke Engel finden Sie auf http://www.queer-institut.de/


'Erkennen und Wahrnehmen von Diskriminierung an den Schnittstellen Gender/'race' und Migrationshintergrund/Beeinträchtigung'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Christiane Howe (Technische Universität Berlin , EU-Forschungsprojekt genderace), Judy Gummich (http://www.eltern-beraten-eltern.de)

Zeit: 23.11.2009, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die Schwierigkeiten hinsichtlich des Zusammendenkens von 'Mehrfachdiskriminierung' bzw. des Erkennens und Wahrnehmens von Intersektionalität zeigen sich auf theoretischer wie praktischer Ebene deutlich an den Schnittstellen. Einführend werden Hindernisse im Umgang mit dem Thema 'Mehrfachdiskriminierung / Intersektionalität' sowie die vielfältigen Aspekte und Facetten von Diskriminierung kurz beschrieben. Eingegangen wird dann auf den Begriff und die Bedeutung von Diskriminierung und seiner Rezeption in Deutschland, zum Beispiel auch im Vorfeld der Umsetzung der europäischen Anti-Diskriminierungsrichtlinien. Thesen zu einer möglichen Lesart werden anschließend vorgestellt. Im zweiten Teil werden Lebenswirklichkeiten beispielhaft an der komplexen 'Schnittstelle' Migrationshintergrund und Beeinträchtigung skizziert. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden die Dynamiken an dieser Schnittstelle hinsichtlich Erkennbarkeiten, Ausprägungen und die Auswirkungen von Diskriminierung betrachtet. Abschließend werden Überlegungen - basierend auf einer ersten Auswertung von 12 ExpertInnen-Interviews des derzeit laufenden europäischen Forschungsprojekts 'genderace' - skizziert. Nach einer kurzen Vorstellung der Aufgaben und Ziele des Forschungsprojektes, das in sechs europäischen Ländern von Februar 2008 bis Juli 2010 durchgeführt wird, werden die Erfahrungen im Feld und die Auswertungen der Interviews skizziert. Die Auswertung des empirischen Materials erfolgt sowohl inhaltsanalytisch als auch hermeneutisch auf Grundlage der Ethnoanalyse. Die Reflektion der eigenen Forschungsposition sowie die Erfahrungen im Feld ermöglichen es auch, (latente) Sinn-Konstruktionen besser zu entschlüsseln. Erste Überlegungen werden hierzu thesenartig vorgestellt.

 

'Intersektionalität in der jüngsten deutschen Gleichstellungspolitik'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Doris Urbanek, M.A.

Zeit: 26.10.2009, 19:00 Uhr - 19:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Diversity Policies, also diejenigen Politiken, die vielfältige Lebenslagen in den Blick nehmen, scheinen zu den politischen Errungenschaften der jüngsten Gleichstellungspolitik zu gehören. Ungleichheit generierende Merkmale wie Geschlecht, sexuelle Orientierung, ethnische Herkunft, Religion, Alter und Behinderung werden üblicherweise adressiert, so zum Beispiel im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz – ihr Zusammenwirken wird jedoch selten beleuchtet. Dieser Vortrag will genau für diese Intersektionalität, wie sie in Gleichstellungsdebatten 'gemacht' wird, sensibilisieren. An Fallbeispielen zum Ehegattensplitting, zum Familiennachzug (Neues Zuwanderungsgesetz) und zu Zwangsheirat (im Aktionsplan II der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen) wird gezeigt, welche Zuschreibungen evoziert und mit welchen rechtlichen Konsequenzen verbunden werden. Dabei werden vier Arten Intersektionalität herzustellen identifiziert, die teils handlungserweiternd, teils ausgrenzend und diskriminierend wirken. Wie ein intersektioneller Forschungsansatz in empirische Analysen und Politik-Empfehlungen übersetzt werden kann, wird zurzeit intensiv erforscht. Politikwissenschaftlich leistet dieser Vortrag einen Beitrag, indem er methodologische Debatten über Makro- und Mikroebene – d.h. gesellschaftliche Strukturen bzw. individuelle Erfahrungshorizonte – um eine prozedurale Ebene für die Policy Analyse erweitert. Der Vortrag bezieht sich auf die Länderstudie Deutschland, die im Rahmen des Forschungsprojektes QUING (www.quing.eu) durchgeführt wurde. QUING bedeutet Quality in Gender+ Equality Policies und steht für die Analyse von ausgewählten Gesetzesdebatten aus den Politikfeldern General Gender Equality, Non-Employment, Intimate Citizenship und Gender-based Violence. Mag.a Doris Urbanek, M.A., Zurzeit Dissertation (Arbeitstitel 'Theorising Political Intersectionality') bei Univ.-Prof. Dr. Birgit Sauer, Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien; DOC-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Kontakt: doris.urbanek@gmx.at


'Die prekäre politische Repräsentation von Migrantinnen in der Europäischen Union'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Helen Schwenken (Universität Kassel)

Zeit: 06.07.2009, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die direkte Repräsentation von Migrantinnen in der EU ist allenfalls für Binnenmigrantinnen sowie für Personen mit europäischen Nationalität, aber Migrationshintergrund, gegeben. Für Drittstaatsangehörige sowie verschärft für Personen ohne sicheren oder legalen Aufenthaltsstatus gibt es keine formaldemokratischen Repräsentationswege. Auch andere Formen der politischen Partizipation sind oft prekär. Dennoch wird in der feministischen, bürgerrechtlichen und antirassistischen Diskussion thematisiert, ob und wenn ja welche Möglichkeiten der Antidiskriminierung, der politischen Repräsentation und des Empowerment die EU bietet – sowohl für die Einzelnen als auch institutionell. Wie können Migrantinnen, die institutionellen Möglichkeiten der EU nutzen? Was bringen die Politiken und rechtlichen Ansätze von ‚Gender Mainstreaming’, ‚Managing Diversity’ und ‚Antidiskriminierung’ Migrantinnen? Welche Dimensionen von Identität und Diskriminierung werden von diesen Konzepten abgedeckt? Können multidimensionale Formen der Diskriminierung adäquat bekämpft werden? Arbeiten Migrantinnen-, Frauen- und Homosexuellenorganisationen zusammen oder gibt es eher Konkurrenzen?

 

'Erklärungsmodelle für die Unterrepräsentanz von Frauen in Kommunalparlamenten'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Elke Wiechmann (Fernuniversität Hagen)

Zeit: 22.06.2009, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Der politischen Unterrepräsentanz von Frauen in der Kommunalpolitik wird häufig lediglich marginale Bedeutung in der politikwissenschaftlichen Analyse zugemessen. Der statistische Durchschnittswert zur politischen Partizipation von Frauen in deutschen Kommunalparlamenten mit ca. 25% führt schnell zu Verzerrungen in der Darstellung und hinterlässt den Eindruck als benötigten die Kommunen gegenüber Ländern und Bund politische Entwicklungshilfe. Bei differenzierterer Betrachtung stellt sich die politische Repräsentanz von Frauen in den Kommunalparlamenten jedoch anders dar. So zeigen sich für die Großstadtparlamente Deutschlands mit durchschnittlich einem Drittel Frauen kaum andere Beteiligungszahlen als im Bundes- und in den Landesparlamenten. Trotz großer Varianz unter den Großstadtparlamenten erklärt sich die Unterrepräsentanz von Frauen gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil nicht selbstredend. Die Kernfragestellung ist vielmehr, warum es auch die Großstädte Deutschlands und insbesondere ihre Parteien bei einem unterstellten großen Kandidatinnen“angebot“ nicht schaffen, eine annähernd ausgeglichene Frauenrepräsentanz in ihren Parlamenten zu realisieren. Hier setzt die Studie mit der These an, dass die Parteien als maßgebliche Weichensteller für politische Karrieren eine Reihe von Interventionsmechanismen bereithalten, um die Repräsentanz von Frauen zu steuern. Dabei gehen die Parteien durchaus unterschiedlich mit der politischen Repräsentanz von Frauen um und auch das Wahlrecht spielt eine nicht minder gewichtige Rolle. Im Vortrag wird ein Erklärungsmodell vorgestellt, das die Ursachen der Frauenunterrepräsentanz klar definierten Adressaten zuordnet. Dieses Modell beinhaltet in sofern einen Perspektivenwechsel, als die institutionellen Ursachen (Parteien und Wahlrecht) stärker als bislang in die Analyse einbezogen werden. Dabei eigenen sich die Großstädte als Untersuchungsfeld in besonderer Weise. Im Ausblick des Vortrages werden wir die Landesgrenzen verlassen und einen Blick auf die europäischen Nachbarn werfen.


'Determinanten geschlechtsspezifischer Partizipation'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Gabriele Abels (Universität Tübingen)

Zeit: 25.05.2009, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Zur Erklärung des weltweit anzutreffenden Phänomens der quanitativ-deskriptiven Unterrepräsentation von Frauen in politischen Führungspositionen hat die feministische Partizipationsforschung ein „magisches Dreieck“ aus Erklärungsfaktoren entwickelt. Neben sozioökonomische Faktoren (z.B. Alter, Bildung, Beruf) wirken sich institutionelle Faktoren (z.B. Wahl- und Parteiensysteme, Rekrutierungsmuster) sowie die politische Kultur eines Landes (z.B. Geschlechterideologien, Religion) mal fördern oder mal behindern auf die politische Beteiligung von Frauen und ihren Aufstieg in politische Führungspositionen aus. Dabei ist zu beachten, dass nicht einzelne Faktoren herausgegriffen und allein verantwortlich gemacht werden können, sondern diese in den jeweiligen nationalen Kontexten in komplexen Wechselbeziehungen miteinander stehen. Somit verbieten sich einfache Kausalerklärungen zwischen Determinanten der Partizipation und den Ergebnissen. In dem Vortrag werden zunächst die Determinanten geschlechtsspezifischer Partizipation dargestellt mit einem besonderen Fokus auf den Aspekt politische Führungspositionen in Parlamenten und Regierungen. Im Anschluss wird anhand von Länderbeispielen dargestellt, wie die verschiedenen Erklärungsfaktoren zusammenwirken. Ferner wird darauf eingegangen, welche praktischen Instrumente ergriffen werden, um die politische Partizipation von Frauen und ihren Aufstieg in Führungspositionen positiv zu beeinflussen. Zum Schluss wird auf neue Herausforderungen der Partizipationsforschung eingegangen, die sich aus einer Intersektionalitätsperspektive ergeben.


'Feminisierung der Politik? Neue Entwicklungen und alte Muster der Repräsentation'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Alexandra Scheele (Universität Potsdam)

Zeit: 20.04.2009, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die politische Landschaft verändert sich. Spitzenpolitikerinnen in Europa treten immer häufiger auf das politische Paket: 24% der nationalen Abgeordneten der 27 Mitgliedsstaaten der EU sind Frauen, im Europäischen Parlament sind es 30%. Diese Zahlen variieren von Mitgliedsstaat zu Mitgliedstaat zudem zwischen 9% und 47%. Kann bei diesem Vorstoß von Frauen schon von einer Feminisierung der Politik gesprochen werden? Die Wissenschaft hat noch keine hinreichenden Erklärungsmodelle für die inkongruente Repräsentation von Frauen in Parlamenten und dem Spannungsverhältnis von ’standing for’ und ’acting for’ dieser Zielgruppe. Sie hält jedoch das so genannte ’magische Dreieck’ als ein erstes Analyseraster für Erklärungsansätze bereit. Im Vortrag wird die politische Beteiligung von Frauen in Europa beleuchtet und weitere zu analysierende Aspekte diskutiert. Es wird ein Bogen zwischen den ’Good Governance- und dem ’critical mass- Ansatz’ gespannt sowie mögliche Erklärungsansätze aufgezeigt.


'Weltmarkt Haushaltsarbeit - ein blinder Fleck in der Gleichstellungspolitik'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Helma Lutz (Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt a.M.)

Zeit: 09.02.2009, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: „Der Privathaushalt ist heute der Beschäftigungssektor mit dem höchsten Anteil ungeschützter Arbeitsverhältnisse, “ stellen die Autorinnen und Autoren des Siebten Familienberichts fest, ohne jedoch auf diesen Aspekt näher einzugehen (BMFSFJ 2006, S.159). Während in Deutschland bislang groß angelegte Erhebungen zum Bedarf und der tatsächlichen Inanspruchnahme von Dienstleistungen im Haushalt fehlen, legen zahlreiche qualitative Untersuchungen nahe, dass die ungeschützten Arbeiten im Haushalt, Putzen, Waschen, Kochen, einkaufen, die Betreuung von Kindern und alten Menschen mittlerweile auch hierzulande ein umfangreiches Arbeitsfeld darstellen. Da es sich um einen Arbeitsmarkt in der Grauzone handelt, der schwer kontrollierbar und zudem im nicht-öffentlichen Bereich angesiedelt ist, scheint allgemein ein großes Unbehangen zu bestehen, diesen Bereich genauer zu untersuchen und/ oder hier politisch zu intervenieren. Deutlich ist jedoch, dass diese Arbeiten verstärkt von Migrantinnen erbracht werden, die für diese Beschäftigung mit wenigen Ausnahmen (Au Pairs etc.) weder eine Einreise noch eine Arbeitserlaubnis erhalten. Ich werde in diesem Vortrag anhand der ehemals wichtigen feministischen Forderung ‚Lohn für Hausarbeit’ zunächst auf die gesellschaftliche Schieflage in der Verteilung von Care-Arbeit eingehen und das asymmetrische Verhältnis zwischen der Entlohnung von Produktions- und Reproduktionsarbeit eingehen. Bis heute hat sich dieser Asymmetrie wenig verändert, selbst wenn man in Rechnung stellt, dass Dienstleistungsangebote etwa in der Pflege in den vergangenen 20 Jahren stark ausgeweitet und professionalisiert wurden. Doch die Professionalisierung, die in der Tat danach strebt, den ‚Wert von Arbeit’ am Menschen sichtbar zu machen und dementsprechende Bezahlung benötigt, scheint für viele Angehörige unbezahlbar zu sein und sie greifen zur Lösung, die der Weltmarkt bietet: die Arbeit wird an Migrantinnen aus Ost und Mitteleuropa, Lateinamerika oder Asien weitergegeben. So wird das Streben nach angemessener Bezahlung der Care Arbeit gleichsam über transnationale Arbeitsmärkte unterlaufen. Ich werde darauf eingehen, welche Probleme dadurch für die betroffenen Migrantinnen entstehen, und schließlich im letzten Teil verdeutlichen, dass die Bemühungen um die Herstellung von Geschlechtergleichstellung obsolet werden, wenn damit neue Ungleichheiten generiert werden. Der Vortrag endet mit einem Plädoyer für die intersektionelle Betrachtung von Geschlecht und Migration, wobei ein Analysemodell vorgestellt wird, das die Verbindung zwischen Wohlfahrtsstaat-, Geschlechter- und Migrationsregimen in den Blick nimmt.

 

 

2008

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'Gender Pay Gap Netto – Steuern als Faktor der Entgelt(un)gleichheit'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Ulrike Spangenberg (Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung)

Zeit: 08.12.2008, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: In Österreich hat die Auswertung der Lohnsteuerstatistik ergeben, dass das Einkommensteuerrecht die Einkommensdifferenzen zwischen Frauen und Männern verringert. In Deutschland ist der Einfluss der Besteuerung auf Einkommensdifferenzen demgegenüber wenig untersucht. Statistische Auswertungen fehlen. Untersuchungen zu geschlechtsbezogenen Wirkungen der Einkommensbesteuerung thematisieren fast ausschließlich das Ehegattensplitting und das Lohnsteuerverfahren. Mit dem Vortrag sollen am Beispiel von Steuerentlastungen, wie z.B. der Absetzbarkeit privater Altersvorsorge, die (Ungleichheits-)Wirkungen der Einkommensbesteuerung diskutiert werden. Diese Wirkungen sind u.a. bedingt durch geschlechtsbezogene (Brutto-)Einkommensdifferenzen, unterschiedliche Erwerbsstrukturen und Rollenverteilungen, aber auch durch die Konstruktion des Steuerrechts selbst. Internationale Studien zeigen zudem, dass der Fokus auf Geschlecht als singuläre Kategorie auch im Steuerrecht zu kurz greift.


'Tarif und Betrieb - Determinanten des Pay Gap im Handlungsbereich der Sozialpartner'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Herrmann Gartner (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung)

Zeit: 24.11.2008, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Institutionen wie Betriebsräte oder Tarifbildungsregime beeinflussen die Lohnbildung und damit die Lohnunterscheide zwischen Männern und Frauen. So ist etwa der geschlechtsspezifische Lohnunterschied in Betrieben mit Betriebsrat oder in tarifgebundenen Betrieben kleiner als in anderen Betrieben. Warum der Lohnunterschied dort kleiner ist, kann mit einem Datensatz untersucht werden, der Informationen über Betriebe und über Beschäftigte enthält. Es zeigt sich: Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen ist zum Teil darum geringer, weil die Lohnspreizung generell in Betrieben mit Betriebsrat oder mit Tarifbindung geringer ist. Davon profitieren insbesondere Frauen, da sie in den unteren Lohngruppen überproportional vertreten sind. Daneben zeigt sich aber auch, dass in Betrieben mit Betriebsrat oder mit Tarifbindung die Löhne von Frauen auch über das gesamte Lohnspektrum hinweg näher an den Löhnen von Männern liegen und damit die Lohnungleichheit geringer ist.


'Geschlecht, Gender und Politik... eine kritische Bilanz der Parität'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Catherine Achin

Zeit: 05.11.2008, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Das im Jahr 2000 in Frankreich verabschiedete Gleichstellungsgesetz sollte der Unterrepräsentanz von Frauen im aktiven politischen Leben entgegenwirken. Nach der ersten Bilanz förderte es zwar einerseits die Kandidatur von Frauen in einigen Gremien und Versammlungen, andererseits zeugte es von der Trägheit der politischen Spielregeln und von Geschlechterstereotypen. Im Vortrag soll auf die kontrastreiche Bilanz der Anwendung des Gleichstellungsgesetzes („loi sur la parité“) eingegangen werden. Abschließend wird die Frage nach den Wirkungen einer „gegenderten“ Konzeption politischer Institutionen gestellt. Wird der Prozess der „Inkorporierung“ als Ursache der kontinuierlichen Erfindung der Institutionen ernst genommen, so muss man in der Tat alle Attribute der Rolleninhaber_innen berücksichtigen, auch die „unsichtbarsten“ oder naturalisiertesten wie geschlechtliche Identität oder Hautfarbe.


Gleichstellungspolitik heute - Bilanz und Herausforderungen

Veranstaltungstyp: Tagung

Referent_innen: verschiedene Referierende aus dem In-und Ausland

Zeit: 29.10.2008, 10:30 Uhr - 18:00 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, Senatssaal

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Das Jahr 2008 eignet sich besonders, Bilanz zu ziehen und Wege für zukünftige Entwicklungen aufzuzeigen, denn 2008 steht für … 100 Jahre Frauenstudium, … 90 Jahre Frauenwahlrecht, … 60 Jahre Grundgesetz, … fast 15 Jahre Gender Mainstreaming in den Vereinten Nationen, … fast 10 Jahre GM in der EU … 8 Jahre GM in Deutschland, 5 Jahre GenderKompetenzZentrum und für das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs unter dem Motto „Vielfalt gemeinsam leben“. Folgenden Fragen wollen wir auf der Tagung insbesondere nachgehen: Was bedeutet Gleichstellung heute? Wo steht die derzeitige Gleichstellungspolitik und was braucht sie in Zukunft? Wie ist der Stand der Implementierung von Gender Mainstreaming und wann ist die Strategie erfolgreich?


'Determinanten des Gender Pay Gap im internationalen Vergleich'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Friederike Maier (Fachhochschule für Wirtschaft, Direktorin des Harriet Taylor Mill-Instituts)

Zeit: 27.10.2008, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die ungleiche Entlohnung von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt ist ein Phänomen, mit dem sich Ökonominnen und Ökonomen schon über einhundert Jahre (mal intensiver mal weniger intensiv) auseinander setzen. Neueste Daten belegen, dass die Lohnunterschiede hartnäckig weiterbestehen, aber z.B. in Italien sehr viel geringer zu sein scheinen als in Deutschland. Diese Unterschiede zwischen einzelnen Ländern sollen auf Basis der Faktoren, die Lohnunterschiede erklären helfen, dargestellt und es soll gezeigt werden, dass es einer Vielzahl von Veränderungen bedarf, um die Löhne zwischen den Geschlechtern anzunähern. Ansatzpunkte für politisches Handeln in Deutschland sollen herausgearbeitet werden.


'Warum bekommen die Französinnen mehr Kinder?'

Veranstaltungstyp: Podiumsdiskussion

Referent_innen: Dr. Anne Salles, PD (Universität Paris-IV Sorbonne , Dozentin für Germanistik), Prof. Barbara Vinken (Autorin d. Monografie „Die deutsche Mutter. Der l , Professorin für allgemeine und französische Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität), Steffen Kröhnert, PD (Sozialwissenschaftler am Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung)

Zeit: 22.10.2008, 21:00 Uhr - 23:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: Centre Marc Bloch m. Unterstützung des GenderKompetenzZentrums a. d. HU u. d. BMBF-Projektes 'Die vergangene Zukunft..."

Programm / weitere Informationen: In der Presse steht es, und im Prenzlauer Berg fühlen wir es auch: deutsche Frauen bekommen wieder mehr Kinder. Wie verlässlich die Zahlen sind, die in einigen Medien zu einem „Geburtenwunder“ (Augustausgabe des Cicero-Magazins) stilisiert werden, bleibt zu erforschen: die Wissenschaftler halten sich bedeckt angesichts des leichten Anstiegs der deutschen Geburtenrate. In Deutschland herrschen eben noch keine französischen Verhältnisse. Dort hat sich die Tendenz der steigenden Geburtenzahl in den letzten Jahren nicht nur bestätigt, sondern sogar noch übertroffen. Wo in deutschen Medien gemeinhin noch immer von Schrumpfung und Aussterben die Rede ist, sprechen die französischen Journalisten von Babyboom und Kindersegen. Deutlich wird in den hiesigen Debatten eine große Verunsicherung, die sich nicht allein durch die statistischen Daten erklären lässt. Der nationale Zusammenhalt und das Sozialversicherungssystem scheinen bedroht. Der Blick über die Grenze liegt daher nahe. Waren es vor einem guten Jahrhundert die Franzosen, die sich durch die deutschen Politiken inspirieren ließen, so sind es jetzt die deutschen Wissenschaftler, Politiker und Journalisten, die sich fragen, was sie vom Nachbarland lernen können. Die Frage, in welchem Land ein kinder- und familienfreundlicheres Klima herrscht, ist dabei mit politischen Fallstricken und nationalen Empfindlichkeiten übersät, in denen ein sachlicher Vergleich zunehmend schwerer fällt. Im Rahmen der Debatte wollen wir dennoch versuchen, Antworten auf diese impliziten und expliziten Fragen zu finden. Welche Faktoren beeinflussen die Geburtenrate überhaupt? Welchen Einfluss haben politische Maßnahmen auf die Bereitschaft, Kinder zu bekommen? Welche strukturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich könnten die divergierenden Geburtenraten erklären? Und schließlich: wie verhalten sich die Maßnahmen der Familienpolitiken zum Komplex der Frauen- und Gleichstellungspolitiken?


'Die Relevanz von Geschlechterstereotypen für Berufsentscheidungen'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Waltraud Cornelißen, PD (Deutsches Jugendinstitut München)

Zeit: 23.06.2008, 20:15 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Neben vielen Hinweisen darauf, dass sich in manchen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Geschlechtergrenzen auflösen, gibt es Anzeichen dafür, dass sich die horizontale geschlechtsspezifische Segmentation des Arbeitsmarktes nur sehr langsam wandelt. Im Vortrag sollen Erklärungen für diese Befunde zusammengetragen werden und an Hand von empirischen Befunden diskutiert werden. Es wird dafür plädiert, die in der Genderforschung ritualisierte Herstellung eines Gegensatzes von strukturtheoretischen und handlungstheoretischen Erklärungen zu überwinden und Berufsentscheidungen als Handlungen in spezifischen gesellschaftlichen und institutionellen Kontexten zu betrachten. In diesem Zusammenhang kann Geschlechterstereotypen als kontextgebundenen präreflexiven Deutungsmustern Relevanz für Berufsentscheidungen zugeschrieben werden.


'Ich sehe was, was du auch siehst' - Stereotypisieren, reifizieren und intersektionalisieren in der Geschlechterforschung'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Nina Degele (Universität Freiburg)

Zeit: 26.05.2008, 20:15 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die Gender Studies hatten von Anfang an damit zu tun, Geschlecht(er) zu identifizieren und zu analysieren, aber nicht zu reifizieren - also nicht in die Untersuchung hineinzutragen, was sie eigentlich erforschen möchten. Als schwierig hat sich dabei der Umgang mit dem Selbstverständlichen entpuppt, nämlich der Rekurs auf stereotypes Alltagswissen. Um nicht in eine solche Falle zu tappen, haben GeschlechterforscherInnen einige Konzepte und Techniken entwickelt und ausprobiert. Intersektionalität - eines dieser Konzepte - meint Wechselwirkungen zwischen ungleichheitsgenerierenden Dimensionen wie Gender, Race, Class; zumindest in der Fassung, wie sie in den 1990ern aus den USA nach Deutschland geschwappt ist. Welche Probleme damit verbunden sind und welche Möglichkeiten für die Forschung sich dabei auftun, ist Thema dieses Vortrags.


'Wissenschaftlerinnen mit Migrationshintergrund: Interdependente Ausschlüsse am Glass-Ceiling des Hochschulbetriebs Deutschlands'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Maureen Maisha Eggers (Humboldt-Universität zu Berlin)

Zeit: 28.04.2008, 20:15 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Wissenschaftlerinnen mit Migrationshintergrund die eine Hochschulkarriere aufnehmen, sind mit der Realität einer deutlichen - sogar einer eklatanten – Unterrepräsentanz in den deutschen Hochschulstrukturen konfrontiert. Diese Unterrepräsentanz bezieht sich vor allem auf die Führungsebenen wissenschaftlicher Arbeit. Die Gläserne Decke im wissenschaftlichen Betrieb bezeichnet insofern eine Dynamik selektiver Mechanismen, die dazu führen, dass Wissenschaftlerinnen mit Migrationshintergrund vorwiegend in den ersten qualifizierenden Statusgruppen zu finden sind und dort dementsprechend „hängen bleiben“. Das Zusammenwirken von Gender und Migrationshintergrund gilt als ein relevanter Faktor bei der restriktiven Auslegung der Einstellungs- und Beförderungspolitik der Hochschulen. Stereotypisierende Zuschreibungen und Homogenitätserwartungen wirken effektiv ausschließend, zumindest in Anbetracht der offiziellen Hochschulpersonalstatistik. Interessant sind daher folgende Fragen: Wie sehen die akademischen Karrierewege von Wissenschaftlerinnen mit Migrationshintergrund aus? Welche Rolle spielen verzahnte Ausschlusspositionierungen dabei und welche Effekte produzieren sie? Wie kann ein kritischer Diversity-Ansatz konzipiert werden, der die Gleichstellungsarbeit an Hochschulen für die Perspektive der Interdependenzen fokussiert und dadurch schärft?


'Macht und Mikropolitik Strategien weiblicher Leitungskräfte'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Daniela Rastetter (Universität Hamburg)

Zeit: 11.02.2008, 19:15 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Das typische Bild der erfolgreichen Leitungskraft entspricht nach wie vor dem männlichen und nicht dem weiblichen Geschlechtsstereotyp. Darin wird einer der Gründe für den Mangel an Frauen in Leitungspositionen gesehen. Umgekehrt wird behauptet, weibliche Leitungskräfte seien weniger konkurrierend und kontrollierend, eher teamorientiert, sie ermutigten Partizipation statt individueller Durchsetzung und würden insgesamt konstruktiver mit ihrer Macht umgehen, weshalb sie sie besser zu modernen Führungsanforderungen passten. Dabei wird ausgeblendet, dass Macht auch bei formal machtvollen Positionen geschlechtsspezifisch unterschiedlich verteilt sein kann und dass Strategien der Machtausübung – mikropolitisches Handeln - von Stereotypen, Rollenbildern und Sozialisationserfahrungen beeinflusst sind. Einiges deutet darauf hin, dass Frauen dem Machtgebrauch und der Machtausübung höchst ambivalent gegenüber stehen. Im Vortrag wird diskutiert, welche mikropolitischen Strategien Frauen in Leitungspositionen nutzen können und wollen und inwiefern daraus Chancen für ihre verstärkte Teilnahme an Führungspositionen abzuleiten sind.


'Geschlechterdifferenzierung und Gleichheitssnorm: Tücken der Gleichzeitigkeit'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Regine Gildemeister (Universität Tübingen)

Zeit: 14.01.2008, 19:15 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 3119

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Gleichstellung ist an die Programmatik gebunden, das Frauen und Männer „gleich“ sind. Im Alltag dagegen gilt nach wie vor: „Frauen und Männer sind verschieden“. Damit wird tagtäglich ein klassisches Paradox aktualisiert, das jede (politische) Gestaltung von Geschlechterverhältnissen von Anfang an begleitet hat. Während das Gleichheitsgebot auf einem universalistischen Verständnis („alle Menschen“) gründet, erzwingt der Rekurs auf die Kategorie Geschlecht einen partikularen, die Geschlechtszugehörigkeit fokussierenden Bezug. Mit der breiten Durchsetzung der „Gleichheitsnorm“ werden gerade im Erwerbsbereich beide Komplexe wirksam – und zwar gleichzeitig. So verändert etwa die Aufhebung von Zugangsbeschränkungen zu Ausbildungen, Berufen, politischen Ämtern etc. nicht automatisch jene Interaktionsordnung, in der nach wie vor weitgehend ungebrochen die binäre Geschlechterdifferenzierung hervorgebracht wird und „gender status beliefs“ reproduziert werden. Im Vortrag wird es am Beispiel von Untersuchungsergebnissen zum Berufsfeld Familienrecht darum gehen, diese Widersprüche nicht einzuebnen, sondern sie als Schlüssel zu einem vertieften und differenzierten Verständnis der Wirkungsmacht der sozialen Kategorie Geschlecht zu begreifen.

 

 

2007

[nach oben]

'Von „Rüpeln“ und „Testosteronbomben“ und einem „Engel... der über Leichen geht“ - Geschlechterstereotype im Bundeswahlkampf 2005'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Sylka Scholz (Universität Hildesheim)

Zeit: 10.12.2007, 19:15 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Im Bundeswahlkampf 2002 spielte die Tatsache, dass es sich bei den Kandidaten Schröder und Stoiber um Männer handelte, keine Rolle. Zu selbstverständlich war es bisher, dass ein Spitzenpolitiker, insbesondere ein Kanzler, männlichen Geschlechts ist. Ganz anders sah dies im Bundestagswahlkampf 2005 aus. Durch die Kandidatur einer Frau gewann das Geschlechterthema einen zentralen Stellenwert. Anhand einer qualitativen Analyse von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln wurde untersucht, wann, welche Geschlechterstereotypen im medialen Diskurs verwendet wurden. Dabei zeigte sich, dass die Geschlechterkonstruktion der Herausforderin Angela Merkel in sich höchst widersprüchlich war. Während Merkel sowohl weibliche als auch männliche Stereotype zugeschrieben wurden, galt die Männlichkeit des Kanzlers als unzweifelhaft. Dennoch geriet gerade sein „männliches Verhalten“ in die Kritik. Diskutiert wird, warum die Kandidatur einer Frau in den Medien so irritierend aufgenommen wurde und ob in der Irritation Potentiale einer Auflösung von Geschlechterstereotypisierungen liegen könnten.


'Wie Vorurteile unsere Leistung verbessern und verschlechtern können: Eine sozialpsychologische Perspektive'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Jens Förster (Internationale Universität Bremen/Amsterdam)

Zeit: 19.11.2007, 19:15 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Stereotype und Vorurteile sind im Gedächtnis in Form von assoziativen Netzwerken als (Pseudo-) Wissensstrukturen repräsentiert. Übergeordnete Konzepte wie „Mann“ und „Frau“ sind mit bestimmten Eigenschaften assoziiert. Zum Beispiel sind Erwartungen an Mitglieder dieser beiden Gruppen im Gedächtnis abgespeichert. Je öfter eine Assoziation wiederholt wird, umso aktiver ist sie im Gedächtnis und umso eher beeinflusst sie Bewertungen, Gefühle und Verhalten. Geschlechtsstereotype sind dabei von besonderer Bedeutung, weil sie im sozialen Alltag (e.g., Medien, Erziehung, soziale Kommunikation) ständig wiederholt werden. Frauen wie Männer assozieren bspw. in Deutschland Frauen mit guten sprachlichen und sozialen aber minderen mathematischen Leistungen und Männer mit minderen emotionalen Fähigkeiten und starken mathematischen und technischen Leistungen. Sozialpsychologische Studien zeigen, dass und wie sich solche stereotypen Repräsentationen auf die eigene Leistung stigmatisierter Personen auswirken. Durch Stereotype aktivierte Misserfolgserwartungen führen u.a. zu Nervosität, übertriebener Vorsicht und zu langsamen Verhalten, dass in vielen Leistungsaufgaben zu schlechten Ergebnissen führt. Der Vortrag diskutiert Implikationen für Erziehung und Arbeitsalltag.

 

'Von Gender (Mainstreaming) zu Diversity (Management)?'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Regina Frey (Genderbüro Berlin)

Zeit: 29.10.2007, 19:15 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die Konzepte Gender und Diversity werden heute gerne in einem Atemzug genannt – teilweise aus Gründen der strategischen Modernisierung, teilweise theoretisch inspiriert als Anerkennung von Intersektionalität in den Gender Studies. Ähnlich verhält es sich auf der Ebene der politischen Strategien: Managing Diversity wird bisweilen als Dach für Gleichstellungsstrategien konzeptualisiert, unter dem auch das Gender Mainstreaming seinen Platz finden darf – oder Gender Mainstreaming wird mit Managing Diversity gleichgesetzt, das eine als Strategie der Öffentlichen Hand, das andere der Privatwirtschaft bezeichnet. Der Vortrag zeigt, dass eine Gleichsetzung von Gender und Diversity nicht angemessen ist: Die beiden Konzepte bewegen sich auf unterschiedlichen theoretischen Ebenen. Dabei besitzt Diversity zwar normative Attraktivität, ist jedoch derzeit im Vergleich zu Gender untertheoretisiert. Praktische Konsequenzen hat dies auch im Hinblick auf die Strategien Gender Mainstreaming und Managing Diversity. Dabei geht es nicht darum, Gender gegen Diversity zu „verteidigen“ oder den Diskurs und die Praxis des „Managing Diversity“ pauschal zu verwerfen. Allerdings wird für eine Begriffsabgrenzung sowie einer Auslotung von Reichweiten, Stärken und Grenzen der Konzepte und Strategien plädiert.


'Entgrenzung von Erwerbsarbeit und Familie - Chancen und Barrieren für die Modernisierung der Geschlechterverhältnisse'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Karin Jurczyk (Deutsches Jugendinstitut), Dr. Michaela Schier (Deutsches Jugendinstitut)

Zeit: 16.07.2007, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Einige aktuelle Entwicklungen in Erwerbsarbeit und Familie werden unter dem Stichwort „Entgrenzung“ diskutiert. Im Erwerbsleben geht es um Flexibilisierungen und Deregulierungen, die Konturen des „männlichen Normalarbeitsverhältnisses“ auflösen. Auch in der Familie zeigen sich grundlegende Veränderungen hinsichtlich ihrer Struktur, ihrer Eingebundenheit in gesellschaftliche Teilsysteme und der innerfamilialen Geschlechter- und Generationenverhältnisse. Damit kommt Bewegung in das traditionell stabile, arbeitsteilige Verhältnis zwischen Familie und Erwerbsarbeit, das nicht zuletzt auf geschlechtsbezogener Ungleichheit basiert. Mit Umbruchprozessen gehen somit Chancen für die Modernisierung der Geschlechterverhältnisse, aber auch spezifische Barrieren für deren Neuformierung einher. Jurczyk und Schier illustrieren am Beispiel von Müttern und Vätern im Einzelhandel und der Film- und Fernsehproduktion die praktischen Anforderungen an die familiale Lebensführung unter Bedingungen von Entgrenzung. Die Folgen der doppelten Entgrenzung für Frauen und Männer und für ihr Verhältnis zueinander werden in drei Szenarien als Polarisierung, Angleichung und als Entgrenzung der Geschlechter zur Diskussion gestellt.


'Working on the familiar - Was untergräbt die Deutungshoheit in der Familienpolitik?'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Zeit: 18.06.2007, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Familienpolitik nimmt oftmals unhinterfragt die heterosexuelle Kleinfamilie zum Ausgangspunkt. Alleinerziehende, Patchwork- und Regenbogenfamilien können dann nur als Ausnahmen wahrgenommen werden, obwohl sie für viele die Regel sind. Provokativer noch ist es, wenn die Normen biologischer Elternschaft in Frage gestellt werden, wenn z.B. das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule gefordert oder die „nicht-mehr-als-zwei“-Regel verletzt wird. Der Vortrag nimmt die rechtlichen und familienpolitischen Rahmenbedingungen in den Blick, welche die Familie in eine heteronormative Form drängen. Dabei wird ein Verständnis von geschlechtlich/sexueller Existenz vorgestellt, welches Raum für queere Formen von Subjektivität und Sorgebeziehungen schafft. Anhand visueller Repräsentationen werden die Möglichkeiten queerer Praxen ausgelotet, die gewohnte Vorstellungen des familiär-vertrauten ungewohnt erscheinen lassen.


'Die Ehe als Institution? Kritische Anmerkungen zur institutionalisierten Zweigeschlechtlichkeit'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Andrea Büchler (Universität Zürich)

Zeit: 14.05.2007, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die Kategorie Geschlecht ist Kern jeder Ehekonzeption und jedes Ehediskurses. Die Ehe ist zunächst in einen historischen Kontext zu stellen, um dann anhand soziologischer Daten die gegenwärtige Eherealität zu beschreiben. Im Zentrum steht die institutionalisierte Zweigeschlechtlichkeit: Mit einem vom Konstruktivismus inspirierten Ansatz werden die Kernfunktionen der Ehe diskutiert, um zu zeigen, dass die Ehe ein Ort der permanenten Inszenierung der Geschlechterdifferenz ist und sich zur Durchsetzung egalitärer Partnerschaftskonzepte wenig eignet. Anschliessend werden die Entwicklungen in Europa zur Institutionalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen näher betrachtet und diskutiert, ob sie die Auflösung des Kernprojekts der Zweigeschlechtlichkeit von den Rändern her bedeuten. Schliesslich ist auf das Familienrecht der Zukunft einzugehen, auf ein Recht, das unterschiedlichsten Lebensgemeinschaften gerecht wird.


'Gender Mainstreaming in Schweden: Aktueller Stand und Ausblick'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Tiina Rosenberg (Leiterin des Centre for Gender Studies, Lund University, Schweden)

Zeit: 25.04.2007, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Gender Mainstreaming in Schweden: Eine Erfolgsgeschichte? Prof. Rosenberg informiert über den aktuellen Bericht der schwedischen Regierung und die derzeitige Debatte über Gender Mainstreaming in Schweden und wagt einen Ausblick in die Zukunft. Sie diskutiert Themen wie den feministischen Backlash, der sich u.a. in Attacken auf die Partei 'Feministische Initiative' äußert - und das, obwohl gerade Schweden als eines der wenigen Länder gilt, in denen Gleichstellung als gesellschaftliche Normalität bereits weitgehend akzeptiert zu sein scheint. Zudem geht es um Debatten über alternative Familienmodelle (Stichwort „Wahlverwandtschaften“) und deren Verhältnis zum familienpolitischen Anliegen von Gender Mainstreaming, um Kritiken am Gender-Konzept aus der Perspektive von Queer- und Trans-Gender-Theorie und - Bewegungen.


'The Politics of sexual Harassment: A Comparative Study of the United States, European Union and Germany'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Kathrin Zippel (Assistant Professor of Soziology, Northeastern University)

Zeit: 16.04.2007, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Sexual harassment, in particular in the workplace, is a controversial topic which often makes headline news. What accounts for the cross-national variation in laws, employer policies, and implementation of policies dealing with sexual harassment in the workplace? Why was the United States on the forefront of policy and legal solutions, and how did this affect politicization of sexual harassment in the European Union and its member states? Exploring the way sexual harassment has become a global issue, Kathrin Zippel draws on theories of comparative feminist policy, gender and welfare state regimes, and social movements to explore the distinct paths that the United States, the European Union and its member states, specifically Germany, have embarked on to address the issue. This comparison provides invaluable insights on the role of transnational movements in combatting sexual harassment, and on future efforts to implement the European Union Directive of 2002.


'Gender Mainstreaming - eine Klasse für sich? Die Debatte in den Medien um Gender Mainstreaming zwischen Furcht, Feminismus und neuer F- Klasse'

Veranstaltungstyp: Genderlecture

Zeit: 05.02.2007, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Im Wochenmagazin „Der Spiegel“ erschien Anfang 2007 ein Beitrag über den „Neuen Menschen“; in der FAZ und anderen Blättern wird ebenfalls über GM geschrieben. „Gender Mainstreaming“ gilt dort als bürokratisches Umerziehungsprogramm radikaler Identitätszerstörung und unerwünschter Eingriff in die Privatsphäre. Dies ist Teil einer Debatte um Frauen- und Gleichstellungspolitik, die im letzten Jahr an Dynamik gewonnen hat: Eva Herman rief die Frauen zu obsessiver Mutterschaft am häuslichen Herd auf, Thea Dorn präsentierte die „neue F- Klasse“ und „Die ZEIT“ den neuen Feminismus – und nun werden Geschlechterforschung und Gender Mainstreaming in rasselnden Rundumschlägen diffamiert und deren Abschaffung gefordert. Wir wollen die Bilder und Stereotype diskutieren, die hier aufgerufen werden. Was für Thesen werden hier aufgestellt, was steckt hinter Vereinfachungen und wie können Gleichstellungsakteure auf derartige Angriffe reagieren? Haben wir es mit einem Vermittlungsproblem zu tun oder sehen wir eine politische Bewegung gegen gleichstellungspolitische Anliegen? Wie sind diese Dinge historisch einzuordnen und theoretisch zu greifen? Wir laden Sie nicht zu einem Vortrag, sondern zu einer offenen Debatte darüber mit dem Team des GenderKompetenzZentrums ein.

 

 

2006 

[nach oben]

'Work-Life-Balance statt Vereinbarkeit? Diskursive Verschiebungen und veränderte Problemlagen'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Mechthild Oechsle (Universität Bielefeld)

Zeit: 27.11.2006, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Work Life Balance und Diversity haben Vereinbarkeit und Gleichstellung als Konzepte im öffentlichen Diskurs weitgehend verdrängt. Was verbirgt sich hinter diesen diskursiven Verschiebungen? Welche Interessen und Problemlagen bündeln sich in den jeweiligen Konzepten, welche Handlungsmöglichkeiten und Durchsetzungsfähigkeiten verbinden sich mit ihnen? Bieten Work Life Balance und Diversity als Management-Konzepte mehr Anschlussmöglichkeiten an unternehmensinterne Prozesse und wie kommen die Interessen von beschäftigten Frauen und Männern in diesen Prozessen zur Geltung?


'Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit - Der siebte Familienbericht'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Hans Bertram (Humboldt-Universität zu Berlin)

Zeit: 23.10.2006 20:00 - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103 oder Senatssaal

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: 'Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit - Der siebte Familienbericht' Genauere Informationen finden Sie später an dieser Stelle und über http://www.genderkompetenz.info/ zentrum/angebote/veranstaltungen/genderlectures/


'Kinderwunsch ade? Warum Frauen und Männer (keine) Kinder haben wollen'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Uta Meier-Gräwe

Zeit: 17.07.2006, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103 oder Senatssaal

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: 'Kinderwunsch ade? Warum Frauen und Männer (keine) Kinder haben wollen' Der stille, aber überaus wirkungsmächtige Gebärstreik - zunächst der westdeutschen und nach der Wende auch der ostdeutschen Frauen - hat dazu geführt, dass die Themen Kinder, Familie und Vereinbarkeit von Beruf und Familie seit einiger Zeit ins Zentrum medialer und politischer Aufmerksamkeit gerückt sind und längst nicht mehr als „weiche“ Themen belächelt werden. Wenn inzwischen ca. 35 Prozent aller Akademikerinnen hier zu Lande zeitlebens kinderlos bleiben und auch in anderen sozialen Gruppen zunehmend auf Kinder und Familie zugunsten anderer Lebensformen verzichtet wird, liegen die Ursachen in einer fehlenden Geschlechtersolidarität im privaten wie im öffentlichen Raum und in der flächendeckenden Alltagsvergessenheit männlicher Entscheidungsträger in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Es fehlt an flexiblen und verlässlichen familienergänzenden Infrastrukturen und Diensten, an der Bereitschaft, Müttern eine eigenständige Berufskarriere zu ermöglichen und eine aktive Vaterschaft strukturell zu unterstützen. Der Vortrag lotet die Ursachen der zunehmenden Kinderlosigkeit aus, die sich inzwischen auch unter qualifizierten Männern verbreitet, und entwickelt Perspektiven einer geschlechterdemokratischen Gesellschaft, die zu neuen Balancen von Beruf und Familie im Alltag und entlang des Lebenslaufs finden muss.


'Familie und Beruf - Auswirkungen auf die Wirtschaft'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Jutta Rump (Fachhochschule Ludwigshafen)

Zeit: 26.06.2006, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


Diskriminierungsfreie Arbeitsbewertung und Eingruppierung - Gender Mainstreaming in der Personalentwicklung

Veranstaltungstyp: Fachgespräch, Sonstiges

Zeit: 29.05.2006, 12:00 Uhr - 18:30 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, Senatssaal

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Anknüpfend an die Fachtagung im Dezember zu „GM in der Personalentwicklung - Diskriminierungsfreie Leistungsbewertung im öffentlichen Dienst“ sollen im Mittelpunkt dieser Fachtagung Probleme einer diskriminierungsfreien Arbeitsbewertung und Eingruppierung stehen. Ziel der Fachtagung ist, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Arbeitsbewertung und Eingruppierung zu skizzieren und praktische Beispiele diskriminierungsfreier Verfahren zur Diskussion zu stellen. Im Zuge der Umsetzung des neuen Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst möchte das GenderKompetenzZentrum in Kooperation mit dem BMFSFJ damit einen Beitrag zur systematischen Berücksichtigung der Strategie Gender Mainstreaming auf der Bundesebene leisten. Die Fachreferentinnen und Fachreferenten aus Wissenschaft, Beratung und Praxis werden Anregungen zu aktuellen Fragen einer diskriminierungsfreien Vorgehensweise geben.

 

'Die Zukunft des Familienrechts'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Ingeborg Schwenzer, LL.M.

Zeit: 22.05.2006, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Das deutsche Familienrecht orientiert sich über weite Strecken auch heute noch am Leitbild der bürgerlichen Kleinfamilie, der auf Ehe und Blutsverwandtschaft gegründeten Normalfamilie von Vater, Mutter und Kind. Obwohl die Realität schon längst in weiten Teilen der Gesellschaft anders aussieht, sind familienbezogene Rechtsregeln nach wie vor geprägt von dem Bestreben, die Institution der Ehe und damit letztlich immer noch patriarchale Vorrechte auf einer abstrakten Ebene zu schützen, ungeachtet allfälliger Freiheits- und Schutzbedürfnisse der im Einzelfall beteiligten Individuen. Ausgehend von der jüngsten Rechtsentwicklung namentlich in angloamerikanischen Staaten zeigt der Vortrag auf, wie die Grundstrukturen eines modernen Familienrechts aussehen könnten und müssten. Die künftige Aufgabe des Familienrechts wird dabei einerseits darin gesehen, Individuen in selbstverantwortlicher Gestaltung ihres Lebens nicht zu behindern, und andererseits darin, Menschen an tatsächlich Gelebtem fest zu halten und dafür Verantwortung einzufordern.


'Viel gelobt, aber nicht begehrt? Familie heute. Zum Wandel von Familienstrukturen und -leitbildern'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Rosemarie Nave-Herz

Zeit: 24.04.2006, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: 'Viel gelobt, aber nicht begehrt? Familie heute. Zum Wandel von Familienstrukturen und -leitbildern' Die Eheschließungs- und Geburtenzahlen nehmen seit Mitte der 1960er Jahren ab, die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften, der nichtehelichen Geburten und der Ehescheidungen steigen stetig. Sind Ehe, Familie und Kinder-Haben heute nicht mehr als Lebensziele attraktiv? Ist die nichteheliche Lebensgemeinschaft an die Stelle der Ehe getreten? Man kann aber auch – umgekehrt – die Frage stellen: Warum heiratet man heute überhaupt noch? Hat die Ehe und Familie für Frauen und Männer eine unterschiedliche Bedeutung? Was hat sich in Bezug auf die Vater-/Mutter-Kind-Beziehung verändert? Der Vortrag will versuchen, auf diese Fragen eine Antwort zu geben.


'... und man hat immer das dörfliche Leben irgendwie gestaltet, nicht!' – Frauenperspektiven auf den sozialen und räumlichen Wandel im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns

Veranstaltungstyp: Gastvortrag

Referent_innen: Anja Thiem, M. A.

Zeit: 01.02.2006, 11:00 Uhr - 13:30 Uhr

Ort: HU Berlin, Invalidenstraße 42, Nordbau Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät, Raum 11

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Hauptsache Arbeit? - Strategien zur Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Friederike Maier (Fachhochschule für Wirtschaft, Berlin)

Zeit: 16.01.2006, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die Integration der Frauen, insbesondere der Mütter, in den Arbeitsmarkt soll gefördert werden - so ist es in den europäischen Strategienpapieren vereinbart, so proklamiert es die Bundesregierung. Arbeitsmarktintegration wird verstanden als Schlüssel der sozialen und ökonomischen Integration und Gleichstellung von Frauen und Männern, als Beitrag zur Modernisierung der Geschlechterverhältnisse. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht spricht einiges für die Steigerung der Frauenerwerbsbeteiligung - allerdings sind die Grenzen dieser Strategie ebenfalls deutlich sichtbar: Integration auf Arbeitsplätzen mit schlechter Entlohnung, geringem Arbeitszeitvolumen etc. ist eher die Regel als die Ausnahme, so dass zu konstatieren ist, dass die steigende Erwerbsintegration der Frauen die Geschlechterverhältnisse eher weniger berührt hat. Im Vortrag soll der Frage nachgegangen werden, wie die Widersprüche in der aktuellen Entwicklung aus geschlechterpolitischer Sicht zu bewerten sind.

 

 

2005

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'Demographischer Wandel: Können Frauen und Männer gesund altern?'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey (Freie Universität Berlin)

Zeit: 12.12.2005, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Senatssaal

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Modernisierung von Arbeits- und Geschlechterverhältnissen - Hartz I, II, III, IV und wie weiter?'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Ingrid Kurz-Scherf (Universität Marburg)

Zeit: 07.11.2005 19:00 - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Senatssaal

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Spielt das Geschlecht (k)eine Rolle im Schulalltag?'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland (Universität Hamburg)

Zeit: 11.07.2005 20:00 - 22:00 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, HU Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Die widersprüchliche Modernisierung von Männlichkeit - Kontinuitäten und Veränderungen im Geschlechterverhältnis'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Michael Meuser, PD (Universität Bremen)

Zeit: 23.05.2005 20:00 - 22:00 Uhr 

Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, HU Hauptgebäude, Senatssaal

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Moderner Staat - die andere Universität? - Grenzverschiebungen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Staat'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Aylâ Neusel

Zeit: 25.04.2005, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, HU Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Gleichstellungspolitik und Geschlechterwissen – Facetten schwieriger Vermittlungen'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Dr. Angelika Wetterer, PD (Soziologin)

Zeit: 14.02.2005, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

Programm / weitere Informationen: Die Gender Lecture am Montag, den 14. Februar 2005, hielt die Soziologin und feministische Theoretikerin Angelika Wetterer. Sie hat sich mit mehreren Veröffentlichungen kontrovers an der Debatte um Gender Mainstreaming beteiligt. Im Vortrag ging es um verschiedene gleichstellungspolitische Strategien, um die Ausdifferenzierung von Geschlechterwissen und um die Notwendigkeit des Dialogs von Gender-ExpertInnen und feministischen TheoretikerInnen, um die 'Tücken' auch des Gender Mainstreaming zu umgehen. Wetterer begann ihren Vortrag mit einer Bestandsaufnahme des gleichstellungspolitischen Feldes: Die Gleichstellungspolitik konzentriere sich zunehmend auf das Thema Gender Mainstreaming. In zahlreichen Veröffentlichungen erscheine – abgesehen vom manchmal auftauchendem Managing Diversity - Gleichstellungspolitik mit Gender Mainstreaming als mittlerweile deckungsgleich. Gleichzeitig spiele GM in feministisch-kritischen Kontexten aber kaum eine Rolle. Daraus ergebe sich die Einschätzung, dass sich Gender Mainstreaming weit von feministischer Theorie und Politik entfernt habe, dass es sich also um separate Diskurse handele, die sich ohne Verbindung gegenüberstehen. Die Wege von theoretisch versierten FeministInnen und praxis-orientierten Gender-ExpertInnen hätten sich getrennt und Grenzgängerinnen seien eine Ausnahme geworden. Geschlechterwissen habe sich folglich auch in zwei verschiedene Spielarten verfestigt: Gender-ExpertInnen sprächen von gender gaps zwischen 'den Frauen' und 'den Männern' und würden so zweigeschlechtliche Deutungsmuster reaktivieren, während feministische TheoretikerInnen eben diese Dichotomien kritisieren und dekonstruieren würden, oder - wie Joan Scott – den Begriff gender nur noch für begrenzt sinnvoll hielten. Beide Bezugssysteme seien weit entfernt vom alltäglichen Geschlechterwissen. Z.B. gäben Studierende in Seminaren an, sich als gleichberechtigt zu erfahren und seien genervt, wenn die Beharrlichkeit der Geschlechterunterscheidung behauptet oder mit Statistiken belegt wird. Sie würden glauben, Gleichstellungspolitik und Gender-Wissen habe nichts mit ihnen zu tun. Der anfängliche Bezugspunkt der Frauenforschung, nach den Erfahrungen von Frauen zu fragen, helfe hier nicht weiter: Es führt kein direkter Weg von den Deutungsmustern der Akteure zu den Strukturen. Damit stelle sich sowohl in den Gender Studies als auch in der Gleichstellungspolitik die Frage nach der 'schwierigen Vermittlung'. Die Ausdifferenzierung des Geschlechterwissens lasse sich zurückführen auf die Institutionalisierung und Professionalisierung der Frauenbewegung, auf die Integration der Frauen- und Geschlechterforschung in Forschung und Lehre und letztlich auf einen Akzeptanzzuwachs. Die Frauenbewegung habe wie kaum eine andere Neue Soziale Bewegung das Alltagswissen verändert und ist insofern erfolgreich gewesen. Dieser Erfolg habe jedoch Tücken (und enge Grenzen). Die Professionalisierung der Frauenpolitik habe diese verändert, und das lässt sich historisch nachzeichnen. In den 80er Jahren versuchte die Frauenförderung, Probleme abzubauen, mit denen Frauen zu kämpfen hatten. Eine Infrastruktur z.B. von Frauenbeauftragten wurde aufgebaut, die Interessenpolitik für Frauen betrieb. Die Tücken dieses Konzepts wurden in den 90er Jahren von der Frauen- und Geschlechterforschung kritisiert: Statt Strukturen in den Blick zu nehmen, würden Defizite auf Seiten der Frauen verortet, so dass z.B. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als 'Frauenproblem' erscheine. In dieser Perspektive schien die Frauenförderung Symptome kurieren zu wollen. Stattdessen müssten mittels struktur- und handlungstheoretischer Ansätze die Geschlechterverhältnisse analysiert und verändert werden. In der Theorie hieß es: 'Gleichstellung ist Strukturpolitik' (Christine Roloff 1998). Ende der 90er Jahre seien diese Diskurse jedoch auseinander gelaufen. Zum einen habe sich die Gleichstellungspolitik zunehmend auf Gender Mainstreaming orientiert, zum anderen bevorzuge die Frauen- und Geschlechterforschung (de)konstruktivistische Zugangsweisen. In der Praxis habe damit der Aufstieg von Ökonomie und Betriebswirtschaftslehre zur Leitdisziplin der Gleichstellungspolitik begonnen. Auch wenn auf der Ebene der politischen Rhetorik Gleichstellung Leitlinie gewesen sei, stehe in der praktischen Umsetzung die ökonomische Rationalität im Vordergrund und Frauenbenachteiligung sei nur als Standortnachteil interessant. Gender-ExpertInnen würden benötigt, um die Augen der Akteure zu öffnen nicht nur für die geschlechtlichen Disparitäten, sondern auch für die ökonomischen Vorteile. Die von Wetterer derart beschriebene Reformulierung der Gleichstellung als Verwaltungsmodernisierung könne strategisch sinnvoll sein, um Gleichstellung offensiv als integralen Bestandteil gegenwärtiger Modernisierungsprozesse zu bestimmen und sie anschlussfähig zu machen. Diese Strategie habe jedoch schon heute erkennbare Tücken. * Erstens stehe nicht mehr soziale Gerechtigkeit im Zentrum, sondern die Ausschöpfung von human resources. Gleichstellungspolitik zähle nur, wenn sie sich bezahlt macht. * Zweitens forsche Gender Mainstreaming, so Wetterer, stark wie nie nach Geschlechterunterschieden und reaktiviere somit die Geschlechterdifferenz, womit es hinter die (de)konstruktivistische Wende der Gender Studies zurückfalle. Dagegen verfahre Judith Lorber's (2004) Projekt des 'Degendering' zweigleisig: Die Geschlechterungleichheit wird transparent gemacht, aber gleichzeitig werden die Gemeinsamkeiten zwischen Frauen und Männern sowie die Unterschiede innerhalb der Genus-Gruppen herausgestellt. Dieser zweite Aspekt fehle beim Gender Mainstreaming, stattdessen reproduziere und redramatisiere es geschlechtsspezifische Unterschiede. GM reaktiviere Alltagswissen über Geschlecht. In der Alltagspraxis zeigten sich latente Wissensbestände, die unter bestimmten Bedingungen reaktiviert werden. Anders als die beiden anderen Spielarten des Geschlechterwissens sei das Alltagswissen nicht systematisch, sondern widersprüchlich. Die zitierte Auffassung von Studierenden, dass Benachteiligung keine Rolle mehr spiele und Gleichberechtigung sich von selbst verstehe, sei das vorherrschende diskursfähige Geschlechterwissen. Das Reden orientiere sich an der Idee der Gleichheit. Dahinter liege aber etwas anderes. So zeige sich auch, wenn z.B. 'geschlechtstypische' Berufszweige weniger geschlechtersegregiert sind, innerhalb der Erwerbsarbeit eine subtilere Version traditioneller vergeschlechtlichter Arbeitsteilung: Rechtsanwältinnen spezialisierten sich auf Familienrecht, Krankenpfleger entwickelten einen neuen coolen Pflegestil. Ebenso zeige sich in der alltäglichen Arbeitsteilung im Haushalt, dass die im Reden dominierende Idee der Gleichheit in der Praxis kaum Niederschlag finde. Vielmehr lebten besonders in Zusammenhängen, die von den traditionellen Geschlechterverhältnissen geprägt sind (z.B. die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf), latente und inkorporierte Wissensbestände wieder auf. In der Gleichzeitigkeit von kulturellem Wandel und strukturellem Beharrungsvermögen werde von den Gesellschaftsmitgliedern verlangt, diese Widersprüche individuell auszubalancieren. Wetterer folgert, wir bräuchten also weiterhin dringend Gleichstellungspolitik als Strukturpolitik. Diese Gleichstellungspolitik – und zwar unabhängig davon, ob sie Gender Mainstreaming heißt oder nicht - brauche mittel- und langfristige Perspektiven jenseits der Verwaltungsmodernisierung. Statt unvorsichtig mit bipolaren Deutungsmustern umzugehen, brauche sie ein analytisches Instrumentarium, um die vergeschlechtlichenden und Ungleichheit produzierenden Prozesse zu erkennen. Die Aufgabe von Gender-ExpertInnen sei es deshalb, die Plausibilität der Geschlechterunterscheidung zu unterminieren und jene Strukturen und Institutionen zu verändern, die diese Differenz reproduzieren. An den Vortrag schloss sich eine kontroverse Debatte an. Hier finden Sie die wesentlichen Fragen. Zunächst wurde die Reichweite und empirische Fundierung von Wetterers Kritik an Gender Mainstreaming in Zweifel gezogen. Treffen ihre Kritikpunkte auf das Konzept GM generell zu oder nur auf 'schlechtes' GM, das nicht dem Stand der Frauen- und Geschlechterforschung entspricht? Sollte also von der Strategie GM Abstand genommen werden oder darauf hingewirkt werden, „schlechtes“ GM zu verbessern, z.B. über das Entwickeln von Qualitätskriterien? Wo genau liegen die Tücken der Implementierung von GM? Wenn Gleichstellungspolitik heute mit Rahmenbedingungen von Neoliberalismus und Ökonomisierungsprozessen konfrontiert ist, sollte sie die Akteure an dieser Handlungsrationalität abholen? Wie kann eine Arbeitsteilung aussehen zwischen autonomer Frauenbewegung und institutionalisierter Gleichstellungspolitik? Wie kann eine Verflachung des Konzepts Gender und ein Rückfall in zweigeschlechtliche Stereotypen verhindert werden, wenn gleichzeitig Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und die Zweigeschlechtlichkeit als Strukturprinzip aufgezeigt werden soll? Beim GM soll auch Männern aufgezeigt werden, dass sie ein Geschlecht haben – wie kann man der Gefahr der Essentialisierung entgehen? Welches Differenz-Verständnis liegt GM zugrunde: Geht es von strukturellen Konstruktionsprozessen und daraus erwachsener sozialer Ungleichheit aus, oder von der Unterschiedlichkeit von Frauen und Männern und ihren differenten Interessen? Möglicherweise ist 'Gleichstellung' schon historisch bipolar besetzt. Wieweit kann bewusst mit solchen Vereinfachungen sowie möglicherweise Redramatisierungen umgegangen werden und wo müssen Grenzen gezogen werden? Hängt die Qualität von GM überhaupt am guten Willen und den guten Konzepten der Gender-ExpertInnen? Ist nicht vielmehr die Machtkonstellation entscheidend, die dazu führt, dass GM nach der Implementierung nicht mehr kontrollierbar ist und sogar gegen die AdressatInnen gewendet werden kann? Wie kann die in mächtigen Institutionen verbreitete Überzeugung von der dichotomen Geschlechterordnung erschüttert werden? Wie können dort die Komplexität von weiteren Kategorisierungen und Interdependenzen vermittelt werden? Gerät dadurch möglicherweise Geschlecht als Strukturkategorie aus dem Blickfeld?
Zur Vortragenden: Angelika Wetterer, PD Dr. phil., Soziologin, ist Privatdozentin an der Universität Kassel und zur Zeit Gastprofessorin für Feministische Theorie am Institut für Soziologie der Universität Wien; zuvor hat sie von 2000–2003 die Professur für Frauenforschung mit dem Schwerpunkt Qualifikation & Beruf am FB Erziehungswissenschaften & Soziologie der Universität Dortmund vertreten und war 2004 als Aigner-Rollett-Gastprofessorin für Frauen & Geschlechterforschung an der Universität Graz. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Profession & Geschlecht, Arbeitsteilung & Geschlechterkonstruktion, feministische Gesellschafts- & Wissenschaftstheorie, Konzepte der Frauen- & Gleichstellungspolitik.


'Steuern steuern'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Ulrich Mückenberger (Professor für Rechtswissenschaft an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik)

Zeit: 17.01.2005, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, HU Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

 

 

2004

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'Auf dem Weg zum Zweiverdienermodell? Rechtliche und politische Grundlagen des männlichen Ernährermodells'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Maria Wersig (FU Berlin, Otto-Suhr-Institut für Politikwissensch.), Dr. Sabine Berghahn, PD

Zeit: 15.11.2004m 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, HU Hauptgebäude, Raum 2103

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Gender-inclusive language: Gender-Aspekte der Globalisierung der englischen Sprache'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Anne Pauwels

Zeit: 16.06.2004, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Degrees of African Feminist Theory: Case Studies in Tanzanian Women's Practices'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Sonja Darlington (Associate Professor, Director of Secondary Education, Beloit College (Wisconsin, USA), Dept. of Education)

Zeit: 25.05.2004, 20:00 - 22 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Bevölkerungspolitik als Geschlechterpolitik'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Shalini Randeria

Zeit: 21.04.2004, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum


'Intersexualität'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt

Zeit: 19.01.2004, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Ort: Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Raum Senatssaal

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum

 

 

2003

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'Feminist Economics in Europe'

Veranstaltungstyp: Gender Lecture

Referent_innen: Prof. Dr. Edith Kuiper (Department of Economics & Econometrics an der Universität Amsterdam)

Zeit: 24.11.2003 19:00 - 21:00 Uhr

Ort: HU Berlin

Veranstaltet von: GenderKompetenzZentrum