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„Gendersterne über Deutschland?“ Geschlechtergerechte Sprache: Staatliches Sprachhandeln, linguistische Hintergründe, öffentliche Diskurse

Podiumsdiskussion im Rahmen der Wissenschaftswoche #4GenderStudies
Veranstaltet von

Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin

 

Veranstaltungsreihe

#4GenderStudies Wissenschaftswoche

 

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Kurzbeschreibung

Alles staatliche Handeln ist an die Grundrechte gebunden. Dies gilt für staatliches Sprachhandeln ebenso wie für andere hoheitliche Tätigkeiten. Gleichberechtigung der Geschlechter und das Verbot der Geschlechtsdiskriminierung fordern daher die durchgängige Verwendung geschlechtergerechter Amts-  und Rechtssprache. Doch so einfach und klar der rechtliche Rahmen zu sein scheint, so schwierig ist  die tatsächliche Situation. Jede Empfehlung und erst recht jede Vorgabe geschlechtergerechter Sprache, selbst wenn sie nur  staatliche Stellen und Einrichtungen trifft, erregt die Gemüter wie kaum ein anderes Thema. In hoch  problematischer Weise bringen Vorwürfe von „Sprechverboten“ und „Sprachpolizei“ verschiedene anti- emanzipatorische Diskurse zusammen. Mit überholten Wissensständen, unangemessenen  Verallgemeinerungen und plakativen Polarisierungen werden Diskussionen um inklusiveres  Sprachhandeln für bestimmte politische Positionen instrumentalisiert. Wer dem Abschied vom pseudo-generischen Maskulinum und dem Aufstieg des Gendersterns  aufgeschlossen gegenübersteht, muss sich dennoch mit grundlegenden Fragen befassen. Diese  betreffen Möglichkeiten und Grenzen geschlechtergerechter Sprache im Deutschen, Akteur*innen und  Bündnisse für inklusive Sprache, aber auch Spannungsverhältnisse von sprachlicher Gleichbehandlung  und geschlechterinklusiven Formen, von Repräsentation, Sprachwandel und Geschlechtergerechtigkeit.

Wer sind Akteur*innen des Sprachwandels und welche Ziele verfolgen sie? Welche Rolle spielt linguistisches Wissen für gesellschaftspolitische Positionierungen in der Frage geschlechtergerechten Sprachgebrauchs? Was sind aus linguistischer Sicht die strukturellen Möglichkeiten (und Grenzen) des Deutschen für geschlechtergerechte Sprache? Warum sollte zwingend zwischen staatlichem Sprachhandeln und dem Sprachgebrauch in anderen Kontexten unterschieden werden? Und warum kann der Rechtschreibrat geschlechtergerechte Amts- und Rechtssprache nicht verbieten? Wie kann die Instrumentalisierung der Thematik verhindert und die große mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit für die ernsthafte Suche nach guten Lösungen genutzt werden? Gibt es Best Practices und was verlangen sie uns allen ab? Wie steht es um Verständlichkeit und Barrierefreiheit? Werden die gerade erst sichtbar gewordenen Frauen nun durch geschlechtsneutrale Sprache in die Unsichtbarkeit zurückgeworfen? Welchen Beitrag kann sprachliche Repräsentation tatsächlich für mehr Geschlechtergerechtigkeit leisten?

 

Referent*innen

Hierzu diskutieren: Prof. Dr. Gabriele Diewald (Germanistische Linguistik),
Prof. Dr. Ulrike Lembke (Rechtswissenschaften und Geschlechterstudien), Moderation: Prof. Dr. Andrea Geier (Germanistische Literaturwissenschaft und
Fachgesellschaft Gender Studies).

 

Weitere Informationen

Zoom:
https://hu-berlin.zoom.us/j/67719353801?pwd=bDVmK0dGM2xkZ0J0M2lYUHVNSzVYQT09
Passwort: 212043

 

PDF-Poster


Semester: Wintersemester 2021/2022

ZtG-Veranstaltungskategorie: Gender-Veranstaltungen der Institute/Fakultäten der HU

 

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