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Humboldt-Universität zu Berlin - Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien

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Ethnographies of the Contemporary - Perspektiven und Positionen einer Anthropologie des Politischen

Institutskolloquium des IfEE
Wann 16.10.2018 um 14:00 bis 04.02.2019 um 16:00 (Europe/Vienna / UTC200) iCal
Wo Humboldt-Universität zu Berlin, Hausvogteiplatz 5-7, 10117 Berlin, Raum 0007
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Veranstaltet von

Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin

 
Kurzbeschreibung

Wie lässt sich der politische Moment, den wir gegenwärtig durchschreiten, begreifen? „Das Ende der liberalen Demokratie“, „Flüchtlingskrise“, „Festung Europa“ oder „drohendes Staatsversagen“ sind einige der prominenten Schlagworte aktueller Debatten, die auf Eines hinweisen: Die Grundlagen und Grundbegriffe des politischen Zusammenlebens und der gesellschaftlichen Selbstverständigung sind in Bewegung geraten, teils im Verschwinden begriffen. Diese Entwicklungen fordern nicht nur den etablierten politischen Betrieb heraus, sondern auch die Begriffe und Herangehensweisen, die wir zu ihrer Analyse nutzen.

Im Zentrum dieser Vorlesungsreihe steht die Frage, welches konzeptionelles und methodisches Instrumentarium die zeitgenössische Anthropologie anzubieten hat, um den gegenwärtigen politischen Moment analytisch zu durchdringen. Welches Potenzial bietet eine Differenzierung zwischen „Politik“ und dem „Politischen“ für disziplinäre Begriffsbildung und ethnografische Forschung? Und kann es gerade durch einen ethnografischen Ansatz gelingen, die Ausblendungen hegemonialer Debatten, alternative politische Geschichten und Zukunftsvisionen oder den Alltag und die Praxen der „Namenlosen“ als konstitutive Elemente des Politischen in den Blick zu nehmen?

Wir knüpfen hiermit auch an interdisziplinäre Debatten an, in denen das „Politische“ vielstimmig als eine dem Sozialen „Form gebende Gründungsdimension“ (Marchart 2010) diskutiert wird. Demnach lässt sich das Politische als ein elementares Feld verstehen, aus dem sich Politik als institutionalisierter Ort der Machtausübung und Konfliktregulierung herausbildet, dem aber zugleich dauerhaft das Potenzial innewohnt, Zusammenleben ganz anders zu konzipieren, zu ordnen und zu gestalten. Wenn die Regelhaftigkeit des Sozialen brüchig wird oder routinierte administrative Prozesse ins Stocken geraten – etwa im Zuge von unerwarteten Ereignissen, Reibungen, Krisen oder Revolutionen – tritt das Politische deutlicher hervor und wird empirisch greifbar.

In diesen Debatten treffen unterschiedliche theoretische Perspektiven aufeinander und werden neu zueinander positioniert. So lassen sich etwas eine „assoziative“ und eine „dissoziative Traditionslinie“ (Marchart 2010) unterscheiden. In der ersten Denkrichtung wird das Politische als ein (Zwischen-)Raum der Freiheit, Versammlung und öffentlichen Erörterung, der sich im Zusammenleben immer wieder neu herausbildet, verstanden. In der zweiten Perspektive werden primär primordiale Antagonismen, erratische Machteffekte und soziale Kämpfe als die Grundelemente des Politischen betont.

Im Rahmen dieses Kolloquiums werden Bezugnahmen auf unterschiedliche Konzepte des Politischen – wie sie etwa Hannah Arendt, Alain Badiou, Chantal Mouffe, Judith Butler, Michel Foucault oder Bruno Latour entwickelt haben – in Dialog gebracht und auf ihre Brauchbarkeit für zeitgenössische anthropologische Fragestellungen diskutiert. Von Interesse sind hierbei insbesondere die ethnografischen Potenzialen, die sich aus einem jeweiligen Fokus auf das Politische ergeben. In den Vorträgen wird dieser Nexus anhand von Forschungsfeldern und konzeptionellen Interventionen zu humanitären Projekten, und Grenzregimen, dem politischen Leben von Infrastrukturen, und queer politics, Migrationsbewegungen und den zeitgenössischen Rekonfigurationen Europas ausgeleuchtet. Hierbei geht es auch um die Vermessung des kontemporären Momentes, in dem Utopien und Zukunftsvisionen abhanden gekommen scheinen. Im Zuge von Konflikten, multipler sozialer Bewegungen oder der kollektiven Beschäftigung mit „Dingen von Belang“ (Bruno Latour) tritt das Politische um so deutlicher hervor und wird zur Quelle unterschiedlicher Formen des Hoffens und Sehnens, der Mobilisierung wie auch der Ernüchterung (Dzenovska & De Genova 2018).

 

Programm

Termine finden im Wintersemester immer dienstags 14-16 Uhr c.t. statt.

Das gesamte Programm entnehmen Sie bitte der Website des Institutskolloquiums der EE

Bitte beachten Sie auch die dortigen Infos zu planmäßigen Sonderterminen.

An dieser Stelle sind insbesondere die Termine mit genderrelevantem Themenfokus hervorgehoben:

    13.11.2018 Queering Europe: On the Sexual Politics of Europeanisation
Inputs von und Diskussion mit Monika Baer (University of Wrocław), Paul Mepschen (University of Amsterdam) & Patrick Wielowiejski (Institut für Europäische Ethnologie, HU Berlin)

    27.11.18 Vortrag
Čarna Brković (Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Georg-August Universität Göttingen): Doing Gender in a Refugee Camp: Politics and Ethics beyond a Subject

    5.2.2019 Vortrag
Martin F. Manalansan (Department of American Studies, University of Minnesota, Twin Cities): Beyond Swamps: Mess as Politics, Mess as Resistance

 

Organisation

Jens Adam & die Forschungslabore am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin,
in Kooperation mit dem Interdisziplinären Zentrum (IZ) "Border Crossings - Crossing Borders. berliner Zentrum für transnationale Grenzforschung".

 

 

Weitere Informationen

Wir bemühen uns um größtmögliche Barrierefreiheit. Der Zugang zum Gebäude ist rollstuhlgeeignet (Eingang Hausvogteiplatz durch den Hof, nächster U-Bahnhof mit Aufzug: Stadtmitte).

 


Semester: Wintersemester 2018/2019
ZtG-Veranstaltungskategorie: Gender-Veranstaltungen der Institute/Fakultäten der HU

 

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