Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien

Humboldt-Universität zu Berlin | Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien | Veranstaltungen | Veranstaltungsarchiv | Events | Die Grenzziehungen von „öffentlich“ und „privat“ im neuen Blick auf die Geschlechterverhältnisse

Die Grenzziehungen von „öffentlich“ und „privat“ im neuen Blick auf die Geschlechterverhältnisse

Kolloquium
Wann 12.12.2014 (Europe/Vienna / UTC100) iCal
Wo Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, Senatssaal
Kontaktname
Veranstaltet von

Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin

 
Kurzbeschreibung

Was als „das Private“ und „das Öffentliche“ gilt, ist Ausdruck einer hierarchisierenden Ordnung und nicht naturgegeben. Diese Erkenntnis ist zu einem großen Teil auf geschlechterpolitische, -theoretische und –historische Analysen zurück zu führen.

Es lassen sich inzwischen Veränderungen in der feministischen Analyse feststellen, die sich auf den aktuellen kulturellen, rechtlichen und politischen Wandel beziehen. Bis in die 90er Jahre ging es insbesondere darum, die in der Frühneuzeit entstandenen Verknüpfungen des Weiblichen mit dem Privaten und des Männlichen mit dem Öffentlichen zu kritisieren, zu historisieren und zu dekonstruieren. Vergeschlechtlichte Arbeitsteilung oder der beschränkte Zugang von Frauen zur Öffentlichkeit und zu substantieller Gleichheit im Recht sind nach wie vor wirkmächtig und ein wichtiger Anknüpfungspunkt für heutige Kritik an den Grenzziehungen von privat und öffentlich. Um jedoch zu einer differenzierteren Auseinandersetzung mit der Bedeutung von privaten und öffentlichen Bereichen im Hinblick auf die Geschlechterverhältnisse zu gelangen, wurde das Einbringen einer intersektionalen Perspektive zentral. Das Private kann nicht ausschließlich als Ort der Repression kritisiert werden, wie es für das stark thematisierte Beispiel der häuslichen Gewalt sehr deutlich wurde, sondern wird auch als ein Ort des Widerstands oder der Freiheit diskutiert, in dem etwa würdevolle Beziehungen gelebt werden, abseits einer von Rassismus und Heteronormativität geprägten Öffentlichkeit. Außerdem haben sich die feministischen Perspektiven in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen in den letzten zwanzig Jahren durch die Globalisierung, den Wandel von Staatlichkeit, durch die Entwicklung des Internet und den Medienwandel geändert. Dabei ist noch offen und es wird weiterhin kontrovers diskutiert, welche Bedeutung dies für die Geschlechterverhältnisse hat. Einerseits wird in ersten Analysen beschrieben, wie sich alte Herrschaftsverhältnisse auf neue Weise stabilisieren, andererseits wird nach Verschiebungen im Machtgefüge gesucht, die sozialen Wandel oder zumindest emanzipatives Potenzial hervorbringen.

 

Programm

10:00 – 10:15
Begrüßung durch Gabriele Jähnert (ZtG)

10:15 – 12:30
Im Fokus: Das Private

10:15 - 11:00
Beate Rössler (Universitet van Amsterdam): Die sozialen Dimensionen des Privaten

11:00 – 11:45
Kurzinputs aus disziplinspezifischer Perspektive

Marion Detjen (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam):"Weibliche" und "männliche" Privatisierungsstrategien und Deutungsproduktion nach 1945

Sarah Elsuni (Rechtswissenschaft HU Berlin): Sexualität und Identität – Dimensionen und Funktionen des regulierten Privaten

Moderation: Christine Bauhardt (HU Berlin)

11:45 - 12:00
Kaffeepause

12:00 - 12:30
Gemeinsame Diskussion

12:30 - 14:00
Mittagspause

14:00 - 16:30
Im Fokus: Das Öffentliche

14:00 - 14:45  
Heike Kahlert (Ruhr-Universität Bochum): Zerfall und Transformation des Öffentlichen - geschlechter- und gesellschaftstheoretischen Perspektiven

14:45 - 15:30
Kurzinputs aus disziplinspezifischer Perspektive

Sophia Ermert (Gender Studies/Philosophie HU Berlin): Feministische Öffentlichkeit als Intervention. Zur Artikulation des Gegen, Zwischen, Für

Ulrike Lembke (Universität Hamburg): Die Regulierung öffentlicher Räume: Schwindende Freiheitsräume und angepasste Geschlechter?

Moderation : Gundula Ludwig (HU Berlin / Universität Wien)

15:30 - 15:45
Kaffeepause

15:45 - 16:30
Gemeinsame Diskussion

16:45 - 18:00
Aushandlungen der Grenzziehungen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit

Birgit Sauer (Universität Wien): Transformationen von öffentlich und privat. Eine gesellschafts- und affekttheoretische Perspektive auf Geschlechterdemokratie
mit anschließender Abschlussdisskusion

Moderation: Karin Hausen (Berlin)

 

Weitere Informationen

Download Programm (pdf)



ZtG-Veranstaltungskategorie: Tagungen/Symposien/Kolloquien/Workshops des ZtG
 

 

Pfeile zurück zur Veranstaltungsübersicht