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Humboldt-Universität zu Berlin - Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien

Gierzinger

Dissertationsprojekt

Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit der Konstruiertheit von Männlichkeit und den daraus resultierenden Anstrengungen seitens der Männer zur Erfüllung von (illusorischen) Idealen. Durch psychoanalytische Ansätze und Theorien von Foucault, Lacan und Kohut soll anhand literarischer Fallbeispiele aus Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Frankreich und Russland aufgezeigt  werden, wie in verschiedenen Texten hegemoniale und heteronormative Männlichkeit vermittelt bzw. dekonstruiert wird.
Die Basis bilden grundlegende Definitionen, ein Überblick über Männlichkeitskonzepte und eine sowohl diachrone als auch synchrone Diskussion von Männlichkeiten in unterschiedlichen Kulturen.
Danach wird mit Foucault der Einfluss von Macht auf die Herausbildung einer erwünschten, gleichzeitig aber auch einer  abweichenden Vorstellung von Männlichkeit demonstriert, wobei primäres Interesse dem Begriff der Heterotopie zukommen soll.
Heterotopien bieten nicht nur einen Ort für verborgene sexuelle Wünsche und nicht erwünschte Lebensformen, sondern in Form von  Militär oder Sport auch für den Erhalt von hegemonialer Männlichkeit. Als primäres Untersuchungsfeld und mit der Brille der Kohutschen Selbstpsychologie wird dabei das Massenphänomen Fußball näher unter die Lupe genommen.
In einem weiteren Schritt soll gezeigt werden, warum Männer aus psychoanalytischer Sicht gängigen Idealen nicht gerecht werden können und welche maskierenden Strategien bemüht werden, um Mängel zu kaschieren. Angelpunkte der Untersuchung sind dabei Jacques Lacans Theorien zum Phallus und zum Begehren.
In einem Exkurs wird abschließend anhand von Comics, Soaps und Pop-Stars wie Lady Gaga die Bedeutung der Populärkultur für die  Konstruktion von bestimmten Geschlechtervorstellungen angedeutet.

Auszug aus dem CV:
MMag. Georg Gierzinger studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Russisch/Italienisch Lehramt an den Universitäten Salzburg und Innsbruck. Seit 2006 leitet er Russischkurse am Sprachenzentrum der Universität Salzburg und ist am Institut für Slawistik der Universität Innsbruck als Lehrbeauftragter für Sprachausbildung Russisch und Fachdidaktik Russisch tätig.
Seine bisherige wissenschaftliche Tätigkeit umfasst die Mitarbeit in Projekten, die Teilnahme an zahlreichen Tagungen und  Konferenzen, eine Reihe an Publikationen in den Bereichen Literaturwissenschaft, Gender Studies bzw. Fremdsprachendidaktik, die Organisation einer Tagung zum Thema „Spielformen der Macht“ und eine damit verbundene Herausgeberschaft. Derzeit schreibt er  eine psychoanalytisch und literaturtheoretisch ausgerichtete Dissertation zur Dekonstruktion von Männlichkeit mit Fallbeispielen aus der Literatur.

Kontakt: gierzinger.georg[at]gmx.at