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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschlecht als Wissenskategorie

Falko Schnicke

Dissertationsprojekt:

Eunuchen, Prinzessinnen und Penetration. Männlichkeiten und Körperpolitiken in der deutschen Geschichtswissenschaft (1780 – 1900)

Schnicke

 

Kurzbeschreibung des Projekts

 

Nach einen bekannten Urteil gilt die Geschichtswissenschaft als eine männliche Disziplin. Was heißt das aber genau? Das Dissertationsprojekt geht dieser Frage nach und verfolgt dabei das Ziel, diese These zu präzisieren und zu differenzieren: Auf welchen Ebenen fand eine Vermännlichung statt und welche Männlichkeiten spielten dabei eine Rolle?

Als Quellen werden Texte der Selbstbeschreibung der Disziplin und Historikerportraits einbezogen. Über sie wird rekonstruiert, welches disziplinäre Wissen wie und warum mit Geschlechter- und Körperwissen verschmolzen wurde. Damit erweitert das Projekt die bisherige Forschung in vierfacher Hinsicht:

(1) Es geht einem Gemeinplatz der Disziplingeschichte nach und korrigiert ihn;

(2) es integriert körpergeschichtliche Aspekte in die Historiografiegeschichte;

(3) es nimmt die visuelle Herstellung sozialer Wirklichkeiten ernst;
(4) es resümiert die Ergebnisse aus der Analyse des konkreten empirischen Materials in einer übergreifenden Systematik unterschiedlicher Körperadressierungen und -verwendungen.

                                                      

Angaben zur Person

 

Studium der Geschichte, der Neueren deutschen Literatur und Erwachsenenbildung an der Universität Hamburg, der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und dem University College London. 2010 Karl H. Ditze-Preis der Universität Hamburg. 2009 – 2012 Stipendiat des Graduiertenkollegs »Geschlecht als Wissenskategorie«. 2011 Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts London und mit einem DAAD-Stipendium Visting Research Student an der London School of Economics and Political Sciences. 2012 – 2015 Lehrbeauftragter an der HU Berlin und der Technischen Universität Braunschweig. 2013 - 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Hamburg und ab 04/2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter für britische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts am Deutschen Historischen Institut London. 2014 Promotion an der HU Berlin (»summa cum laude«).

   

Ausgewählte Publikationen

Prinzipien der Entindividualisierung. Theorie und Praxis biographischer Studien bei Johann Gustav Droysen, Wien/Köln/Weimar 2010 (Beiträge zur Geschichtskultur 36).

zus. m. Ann-Kristin Düber (Hg.): Perspektive – Medium – Macht. Zur kulturellen Codierung neuzeitlicher Geschlechterdispositionen, Würzburg 2010.

»Obrigkeit ist männlich«. Zur Systematik kultureller Suspendierung von Frauen in Treitschkes »Vorlesungen über Politik«. In: Das Geschlecht der Wissenschaften. Zur Geschichte von Akademikerinnen im 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Ulrike Auga, Claudia Bruns, Levke Harders u.a., Frankfurt a. M. 2010. S. 219 – 236.

Deutung vor der Deutung. Hermeneutische und geschlechtergeschichtliche Aspekte historiographischer Epochenbildung. In: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 32 (2009). S. 159 – 175.

   

Homepage und Kontakt

http://www.geschichte.uni-hamburg.de/personal/schaser1_/schnicke.html

falko.schnicke@uni-hamburg.de