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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschlecht als Wissenskategorie

Dr. Beatrice Michaelis

Dissertationsprojekt:

(Dis-)Artikulationen von Begehren als Schweigeeffekte in wissenschaftlichen und literarischen Texten über sexuelles Begehren, Geschlecht und Körper des Hoch- und Spätmittelalters

Michaelis

 

Kurzbeschreibung des Projekts

 

Die Dissertation analysiert über die verbindende Betrachtung rhetorischer Strategien, narrativer Strukturen und diskursiver Formationen mittelalterliches literarisches und wissenschaftliches (religiöses, naturphilosophisch-medizinisches, juristisches) Wissen von Geschlecht, sexuellem Begehren und Körpern. Beide Wissenskontexte sind an eine spezifische Ökonomie der Sprache gebunden, besonders dann, wenn über die »aufwerfende Verwerfung« nicht-normativer Praktiken normative Entwürfe hergestellt und stabilisiert werden. Diese Mechanismen korrelieren mit Momenten des Redens und Schweigens, die ich als Modi der (Dis-)Artikulation fasse. Was wie gesagt werden kann, von wem und in welchem Kontext, ist zutiefst bestimmt durch konkrete Orte und Positionen der Sagbarkeit. Die Verfasstheit von Institutionen, die Funktionen unterschiedlicher Genres/Textsorten, die Regeln der Diskurse folgen dabei einem Dispositiv der Reproduktion. Diese Vorgänge zeige ich unter anderem an Texten von Thomas von Aquin, Berthold von Regensburg, Albertus Magnus und Richard von Hohenburg und im Eneasroman, Nibelungenlied, Tristan und Prosalancelot.

                                              

Angaben zur Person

 

Studium der Anglistik/Amerikanistik und der Älteren deutschen Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin und der University of Westminster London. 2005 – 2007 Stipendiatin des Graduiertenkollegs »Geschlecht als Wissenskategorie«. 2010 Promotion in der Germanistik. 2009 - 2014 Postdoc und Head of Research Coordination am International Graduate Centre (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zwischen August 2014 und März 2016 wissenschaftliche Koordinatorin an der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Von April 2016 bis 14. Februar 2018 Stellvertretende Direktorin MaxNetAging und Stellvertretende Akademische Geschäftsführerin des Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung in Rostock (MPIDR). Seit 15. Februar 2018 Akademische Geschäftsführerin des MPIDR und Stellvertretende Direktorin MaxNetAging.

   

Ausgewählte Publikationen

 

zus. m. Elahe Haschemi Yekani u. Eveline Kilian (Hg.): Queer Futures. Reconsidering Ethics, Activism, and the Political, Farnham 2013.

zus. m. Gabriele Dietze u. Elahe Haschemi Yekani (Hg.): The Queerness of Things Not Queer. Entgrenzungen, Materialitäten, Interventionen. Feministische Studien 30/2 (2012).

Farbspiele in ›Kudrun‹ und ›Parzival‹. In: Farbe im Mittelalter. Materialität – Medialität – Semantik, hg. v. Ingrid Bennewitz u. Andrea Schindler, Bd. 2, Berlin 2011. S. 493 – 503.

(Dis-)Artikulationen von Begehren. Schweigeeffekte in wissenschaftlichen und literarischen Texten, Berlin/New York 2011.

   

Homepage und Kontakt

 

Max-Planck-Institut für demografische Forschung
Konrad-Zuse-Str. 1
18057 Rostock
Germany