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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschlecht als Wissenskategorie

Dr. Katharina Weikl

Dissertationsprojekt:

Das Leben eines Taugenichts im Zeitalter der Nützlichkeit

 

weikl
 

Kurzbeschreibung des Projekts

 

In einem Roman würde Jacob Endorfer (1760 – 1807) als Antiheld die Hauptrolle spielen. In der nicht fiktionalen Welt bleibt er eine marginalisierte Figur, die ihren Weg in die Archive nur durch eine Serie sozialer Auffälligkeit und Rechtsstreitigkeiten fand. Der »verrückte Mönch« Endorfer stolperte gewissermaßen durch die Brennpunkte der zeitgenössischen Reformen und Diskurse: Erziehungsreform, Kampf gegen den Aberglauben, Säkularisation, Disziplinierung von »Taugenichtsen« wie zum Beispiel Bettlern und nicht zuletzt Gründung von spezialisierten Irrenheilanstalten. All dies stand Ende des 18. Jahrhunderts auf der Agenda der bayrischen Aufklärung. Der Fall Endorfer bildet den heuristischen Rahmen der Arbeit. Dieser Zugang ermöglicht es, nicht nur einzelne Institutionen und Diskurse in den Blick zu nehmen, sondern vor allem die Verschränkungen und Transformationsprozesse im Umgang mit sozialer Auffälligkeit im katholischen Bayern Ende des 18. Jahrhunderts zu analysieren.

                                         

Angaben zur Person

 

Studium der Geschichte und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2005 – 2007 Stipendiatin am Graduiertenkolleg »Geschlecht als Wissenskategorie«. 2008 – 2009 Tätigkeit in der Abteilung Kommunikation des Goethe-Instituts Berlin. 2009 – 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich im Rahmen eines Projekts des Schweizer Nationalfonds. Seit 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Graduate Campus der Universität Zürich.

   

Ausgewählte Publikationen

 

zus. m. Lina Gafner u. Iris Ritzmann (Hg.): Therapie in Federstrichen – Aspekte des Gesundheitsmarkts in ärztlichen Praxisjournalen des 17. bis 19. Jahrhunderts. In: Gesnerus. Swiss Journal of the History of Medicine and Sciences 69/1 (2012). S. 5 – 11.

Schwangerschaft. In: Friedrich Jaeger (Hg.): Enzyklopädie der Neuzeit. Bd. 9: Naturhaushalt – Physiokratie, Stuttgart 2009. S. 956 – 962.

»Der Mensch will seinesgleichen haben«. Katholische Aufklärung im Umgang mit Teufelserscheinungen und anderen Formen von Abweichung. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 26 (2007). S. 6 – 27.

Krise ohne Alternative ? Das Ende des Alten Reiches 1806 in der Wahrnehmung der süddeutschen Reichsfürsten, Berlin 2006.

   

Homepage und Kontakt

Katharina.weikl@gmail.com