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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschlecht als Wissenskategorie

Dr. Claudia Brunner

Dissertationsprojekt:

Sinnformel Selbstmordattentat. Epistemische Gewalt und okzidentalistische Selbstvergewisserung in der Terrorismusforschung

Brunner


 

Kurzbeschreibung des Projekts

 

Im sozialwissenschaftlichen Wissensobjekt »Selbstmordattentat« verdichten sich Zuschreibungen von Normalität und Abweichung, die die Ambivalenzen und Konsequenzen einer stark anwendungsorientierten Terrorismusforschung sichtbar machen. Über Analysen und Interpretationen von Texten, Bildern und Grafiken wird ein Sinnzusammenhang zwischen politischer und epistemischer Gewalt hergestellt, der in globalen asymmetrischen Dominanzverhältnissen verortet wird. Das immer wieder zu analysierende Verhältnis von Wissen und Macht wird dabei an einem ebenso komplexen wie umstrittenen Forschungsobjekt detailreich diskutiert sowie einer wissenssoziologisch, postkolonial und feministisch begründeten transdisziplinären Kritik unterzogen. Was wir über Terrorismus wissen und wie wir zu diesem Wissen kommen, so die These, ist Teil einer gegenwärtig zu beobachtenden okzidentalistischen Selbstvergewisserung, die tief in wissenschaftliche Praktiken eingelassen ist und von diesen mit hervorgebracht wird.

Die an der Universität Wien (Institut für Politikwissenschaft) 2009 verteidigte Dissertation »Sinnformel Selbstmordattentat« wurde mit dem Christiane Rajewsky Preis für NachwuchswissenschaftlerInnen der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung ausgezeichnet.

ZUM BUCH

                                     

Angaben zur Person

 

Studium der Politikwissenschaft und Geschlechterforschung an der Universität Wien und der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne. 2005–2008 Stipendiatin im Graduiertenkolleg »Geschlecht als Wissenskategorie«. 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin, 2010 bis 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin, 2015 bis 2020 Assistenzprofessorin, seit 2020 Assoziierte Professorin am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt.

Ein frühes Konzept zu Claudia Brunners Habilitationsschrift »Epistemische Gewalt« wurde 2012 mit dem Caroline von Humboldt Preis der Humboldt-Universität zu Berlin ausgezeichnet.

Die Arbeit an diesem Werk sowie zahlreiche Publikationen und Vorträgstätigkeiten zum Verhältnis von Wissen(schaft) und Gewalt(freiheit) wurde im Rahmen des Elise Richter Exzellenzprogramms des Wissenschaftsfonds der Republik Österreich (FWF) gefördert (Projekt V368-G15, 2015 bis 2020). Siehe dazu auch www.epistemicviolence.info.

ZUR PERSON
   

Ausgewählte Publikationen

 

Epistemische Gewalt. Wissen und Herrschaft in der kolonialen Moderne, Bielefeld 2020.

mit Dagmar Fink, Birge Krondorfer und Sabine Prokop (Hg.). Prekarität und Freiheit? Feministische Wissenschaft, Kulturkritik und Selbstorganisation, Münster 2013.

mit Josefine Scherling (Hg.). Bildung, Menschenrechte, Universität. Menschenrechtsbildung an Hochschulen im Wandel als gesellschaftliche Herausforderung, Klagenfurt 2012.

Wissensobjekt Selbstmordattentat. Epistemische Gewalt und okzidentalistische Selbstvergewisserung in der Terrorismusforschung, Wiesbaden 2011.

mit Gabriele Dietze und Edith Wenzel (Hg.): Kritik des Okzidentalismus. Transdisziplinäre Beiträge zu (Neo-)Orientalismus und Geschlecht, Bielefeld 2009.

ZU WEITEREN PUBLIKATIONEN

Homepage und Kontakt

www.epistemicviolence.info