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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschlecht als Wissenskategorie

AG Männlichkeiten

Laokoon

Mitglieder:
Elahe Haschemi Yekani, Sven Glawion, Jana Husmann

Zeitraum: Mai 2005 bis Dezember 2007

Arbeitsbereiche und Fragestellungen

Die AG "Männlichkeiten" beschäftigte sich mit Konstruktionen und Krisen sowohl hegemonialer als auch marginalisierter Männlichkeiten und analysierte diese - resultierend aus den Interessen der Teilnehmenden - aus den theoretischen Perspektiven von Feministischer Theorie, Rassismusforschung, Critical Whiteness Studies und Queer Theory. 
Zentrale Fragen waren dabei: Welche Wissensarchive werden zitiert, um hegemoniale Männlichkeit zu konstituieren? Über welches Wissen werden Verwerfungen von Männlichkeiten organisiert und legitimiert? An welchen (wissenschafts)historischen Zäsuren generieren sich Krisen-Erzählungen und wie sind diese strukturiert? Zur Bearbeitung dieser Fragen beschäftigte sich die AG "Männlichkeiten" besonders mit Theorien und Analysen zu den Begriffen Hegemonie (Antonio Gramsci, Raewyn Connell etc.) und Krise (Stefanie von Schnurbein, Toni Morrison, Walter Erhart etc.). Bereits im Vorfeld der internationalen Konferenz zur "Produktion und Krise hegemonialer Männlichkeit in der Moderne", auf der die AG "Männlichkeiten" den Work in Progress-Tag für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler organisierte (wobei Dr. Ute Frietsch die drei Mitglieder unterstütze), wurden aus diesen Lektüren und Diskussionen neue Fragen entwickelt, welche die Bedeutungen 'alter' und 'neuer' Erzählungen von Erlösung und Heil für die Figurationen hegemonialer Männlichkeit Fokussierten (zu denken ist hier z.B. an Traditionen von Lichtgestalten, Schmerzensmännern, Heilsbringern etc.). In Folge setzte sich die AG "Männlichkeiten" primär mit erzähltheoretischen, kultur- und religionshistorischen sowie mit rassismuskritischen Studien auseinander und konzipierte ein Buchprojekt, in dem sie die diesbezüglichen Ergebnisse publizieren und weitere Autor/-innen für die Fragestellung gewinnen wollte. Mit finanzieller Unterstützung des Kollegs, der engagierten, wissenschaftlichen Betreuung durch Prof. Dr. Dr. h.c. Stefanie von Schnurbein und aufgrund zahlreicher Beiträge von Kollegiatinnen und Kollegiaten konnte dieser Sammelband ein Jahr später erscheinen. Die AG-Mitglieder haben dafür sämtliche Lektoratsarbeiten übernommen, die Beiträge intensiv diskutiert und auch einen Workshop mit allen Autorinnen und Autoren organisiert.
Obwohl alle AG-Mitglieder kulturwissenschaftlich orientiert arbeiten, kommen sie trotzdem aus unterschiedlichen disziplinären Verortungen. Das bedeutete für die gemeinsame Arbeit, die daraus resultierenden inhaltlichen Schwerpunkte und Perspektiven interdisziplinär zu reflektieren, den eigenen Horizont zu erweitern und neue Fragen stellen zu lernen. Auch über den Kontext des Graduiertenkollegs hinausgehend erwies sich diese Zusammenarbeit als sehr produktiv - so nahmen Elahe Haschemi Yekani und Sven Glawion z.B. gemeinsam an einer Podiumsdiskussion zur Männlichkeitsforschung teil und lehrten im Team Teaching zu männlichen Coming of Age-Erzählungen, Jana Husmann-Kastein referierte auf wissenschaftlichen Veranstaltungen zu religiösen und esoterischen Weltanschauungen und orientierte sich dabei an geschlechtertheoretischen Fragestellungen.

Organisation von Workshops/ Tagungen

Internationale Konferenz: Produktion und Krise hegemonialer Männlichkeit in der Moderne 
Zeit: 07.-10.12.2006
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin 
(Organisation des Work in Progress für Nachwuchswissenschaftler/-innen)

Kollegsinterner Workshop: Erlöser. Figurationen männlicher Hegemonie
Zeit: 12.12.2006
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin

Publikationen
Erlöser. Figurationen männlicher Hegemonie, hg. v. Sven Glawion, Elahe Haschemi Yekani und Jana Husmann-Kastein, Bielefeld 2007.