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Humboldt-Universität zu Berlin - Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien

Care - Migration - Gender. Ambivalente Verflechtungen aus transdisziplinärer Perspektive

Internationale Tagung des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin
in Kooperation mit dem Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung

Care - Migration - Gender.  Ambivalente Verflechtungen aus transdisziplinärer Perspektive

am Donnerstag, 31.01.2019 und Freitag, 01.02.2019
im Senatssaal, Humboldt-Universität zu Berlin

Pfeile Cfp (deutsch/englisch) als PDF-Dokument anzeigen

Care ist ein gesellschaftliches Feld, in dem Gender und Migration eng miteinander verwoben sind. So entlasten transnationale Care-Arbeitende jene, denen als Frauen private Reproduktionsarbeiten zugewiesen werden. Sie füllen Personalengpässe in Pflegeberufen und ermöglichen häusliche Versorgung von Pflegebedürftigen. Besonders auffällig ist dabei die Migration aus dem globalen Süden und den postsozialistischen Gesellschaften in den globalen Norden. Diese Migrationsbewegungen finden aber auch außerhalb des globalen Nordens statt.

Transnationale Migration von Care-Arbeitenden ist keine neue gesellschaftliche Erscheinung. Sie lässt sich in unterschiedlichen Formen und mit unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Implikationen historisch weit zurückverfolgen. Zudem migrieren nicht nur Care-Arbeitende, auch Alte und Pflegebedürftige überschreiten staatliche Grenzen, um Care-Arbeit in Anspruch zu nehmen. Das gesellschaftliche Feld, das durch die Verflechtungen von Care, Migration und Gender aufgespannt wird, ist so ein in vielerlei Hinsicht umkämpftes Terrain mit sehr unterschiedlichen Akteur_innen.

Die Verflechtungen lassen sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten. So wird, zum Beispiel, mit dem Konzept der Care Chain darauf hingewiesen, dass die migrierenden Care-Arbeitenden selbst Reproduktionsarbeiten zurücklassen, die von anderen übernommen werden müssen und sich so eine Kette von Care-Migrationen ergibt. Aus queerer Perspektive wird die in diesem Ansatz unterstellte Heterosexualität der Care-Migrierenden hinterfragt. Zudem wird kritisiert, dass Care-Arbeitende nicht nur Opfer von gesellschaftlichen Bedingungen sind, sondern aktiv Entscheidungen treffen, um zum Beispiel durch die Migration heteronormativen Zwängen zu entkommen. Hier setzen Diskussionen um Agency an, die fragen, inwiefern wer Handlungsmacht hat und wie sehr gesellschaftliche, ökonomische und politische Rahmenbedingungen diese einschränken. Aus ökonomischer Perspektive gibt es zudem Diskussionen über Brain Drain und Brain Gain sowie die Rolle von Remittances. Die Orte, an denen  Care-Arbeit geleistet wird, hängen auf komplexe Weise mit den Orten zusammen, aus denen  Care-Arbeitende kommen. Genauso sind auch die Interessen der Care-Arbeitenden und jenen, die Care-Arbeit in Anspruch nehmen, auf ambivalente Weise miteinander verbunden. Gender und Queer Studies, kritische Migrationsforschung, postkoloniale Theorie, Disabilitiy Studies und andere kritische Theorierichtungen bieten Analyseansätze, um diese komplexen Verflechtungen von Care, Migration und Gender zu betrachten.

Die Tagung „Care - Migration - Gender.  Ambivalente Verflechtungen aus transdisziplinärer Perspektive“ bietet einen Raum, um gemeinsam dieses Themenfeld in seiner Komplexität zu erkunden und soll bewusst Raum für die Diskussion von Ambivalenzen lassen. 

Wir laden Beiträge u.a. zu folgenden Fragen ein:

  • Wie gestalten sich aktuell und historisch die Verflechtungen von Care-Migration-Gender an verschiedenen Orten, in verschiedenen Bereichen und mit verschiedenen Akteur_innen?
  • Wie gestalten sich die Verflechtungen von Care-Migration-Gender durch unterschiedliche Motivationen, Interessenlagen und Repräsentationen?
  • Wie werden und wurden die Verflechtungen von Care-Migration-Gender politisch, juristisch und gesellschaftlich reguliert?
  • Wie und mit welchen Zielen und Effekten haben Care-Arbeitende sich selbst organisiert?
  • Wie werden die Verflechtungen von Care-Migration-Gender in Literatur, Film und Medien verhandelt und repräsentiert?

Wir laden Beiträge aus allen Disziplinen ein, insbesondere solche, die intersektionale Zugänge wählen und die Komplexität der Verflechtungen von Care-Migration-Gender ergründen. Wir freuen uns über Abstracts für 20-minütige Vorträge oder Vorschläge für andere Präsentationsformate (z.B. Streitgespräche, Kurzpräsentationen, Kommentare).

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge bis zum 16.04.2018 in Deutsch oder Englisch an: gender-migration-care@hu-berlin.de

Abstracts sollten maximal 400 Wörter lang sein und auch knappe Angaben zur eigenen Person und Verortung enthalten.

Das Vorbereitungsteam