Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien

Care - Migration - Gender. Ambivalent Interdependencies

Internationale Tagung

 

Organisiert vom Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) und dem Institut für Europäische Ethnologie (IfEE) der Humboldt-Universität zu Berlin

In Kooperation mit dem Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der HU, der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) und dem Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) der Technischen Universität Berlin.

 

30. Januar bis 01. Februar, 2019
Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, Senatssaal, Raum 2070 a / 2249 a / 1066 e

 

Pfeile zum Programm

Pfeile zur Anmeldung

 

Care, Migration und Gender sind auf offensichtliche und weniger offensichtliche Weise miteinander verwoben. Bridget Anderson zeigt, wie die "Drecksarbeit" in der Pflege an marginalisierte Subjektpositionen delegiert wird. Das von Rhacel Salazar Parreñas entwickelte Konzept der Care Chain unterstreicht die Tatsache, dass Care-Arbeiter_innen selbst reproduktive Aufgaben hinterlassen, die wiederum von anderen nach ihrer Migration übernommen werden müssen. Der Queer-Theoretiker Martin F. Manalansan hinterfragt die implizit angenommene Heterosexualität von Care-Migrant_innen. Weitere Untersuchungen zeigen, dass Care-Arbeiter_innen nicht nur Opfer sozialer Strukturen sind, sondern selbst aktiv Entscheidungen treffen. Dies eröffnet Debatten über Handlungsmacht. Nach bedeutenden Publikationen von Rajni Palriwala und Helma Lutz stellen sich Fragen darüber, wer Handlungsmacht hat und wie sich Care-, Migrations- und Gender-Regimes darauf auswirken. Weiterhin ist Care-Migration ein Effekt globaler Ungleichheiten und ermöglicht gleichzeitig Ausbeutung und Empowerment. Das vorherrschende Narrativ besteht aus Pflegekräften, die aus dem globalen Süden und postsozialistischen Gesellschaften in den globalen Norden auswandern – jedoch findet Care-Migration auch innerhalb des Globalen Südens und zwischen postsozialistischen Gesellschaften statt. Darüber hinaus ist das Verhältnis zwischen Care-Arbeiter_innen und Care-Empfänger_innen alles andere als eindeutig. Die Strukturen (und Hierarchien) von Abhängigkeit und Macht hängen von den jeweiligen gesellschaftlichen Positionen sowie dem Zugang zu Rechten und Anerkennung ab. Zusätzlich können Migrant_innen auch Care-Empfänger_innen sein, aber einige Care-Empfänger_innen müssen möglicherweise migrieren, um Zugang zu Care zu erhalten.

Unsere Konferenz "Care - Migration - Gender. Ambivalent Interdependencies" bietet einen Raum, um diese Interdependenzen gemeinsam in ihrer Komplexität zu untersuchen und eine Diskussion über solche Ambivalenzen anzuregen. Insbesondere werden wir auf Folgendes eingehen:

  • Welche Formen haben die Interdependenzen von Care – Migration – Gender an verschiedenen Orten, in verschiedenen Bereichen und mit verschiedenen Interessengruppen?
  • Wie sind die Interdependenzen von Care – Migration – Gender durch unterschiedliche Impulse, Interessen und Repräsentationen geprägt?
  • Wie werden die Interdependenzen von Care – Migration – Gender politisch, rechtlich und sozial geregelt?
  • Wie und mit welchen Zielen und Wirkungen haben sich Care-Arbeiter_innen selbst organisiert?

Wir laden Sie ein, sich an der Diskussion zu beteiligen.

 

Das Vorbereitungsteam

 

Urmila Goel (Institut für Europäische Ethnologie der HU), Christine Bauhardt (Albrecht Daniel Thaer-Institut der HU), Gabriele Jähnert (ZtG der HU), Mike Laufenberg (ZIFG der TU), Almut Peukert (Institut für Sozialwissenschaften der HU), Nivedita Prasad (ASH Berlin), Sophia Schmid (BIM der HU), Julia Teschlade (Institut für Sozialwissenschaften der HU), Gökçe Yurdakul (Institut für Sozialwissenschaften/BIM der HU)